Schlagwort-Archiv: Kackscheiße

Betroffenheit schützt nicht davor Scheiße zu sein

Ein Text über #Opfer, #Erlebende, Betroffenheitsargumente und Debatten über Vergewaltigung.

Die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal hat ein Buch geschrieben. „Vergewaltigung. Kulturgeschichte eines Verbrechens“. Es war das erste Buch seit langem, dass mich so richtig in Rage gebracht hat. Manchmal war ich so wütend, dass ich nicht weiterlesen wollte. An anderen Stellen hatte ich nicht genug Zettel zum markieren parat, weil selten eine so genaue, treffende Worte findet. Unter Freundinnen sprachen wir eine zeitlang immer wieder über „das Buch“. Wir wüteten und feierten, etwas, was lange kein Buch geschafft hat: So sehr zum Thema zu werden.

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Über ge-störtes Essen, Vereinnahmung und das innere Schlachtfeld

Ein Text über ge-störtes Essen. An dem ich schon lange schreibe. Dieser Text versucht einen Spagat zwischen einer radikalen Kritik an Diagnostik/Störungszuschreibung und gleichzeitig einer radikalen Akzeptanz der Situation wie sie ist und was das bedeutet. Zwischen Fat-Positiv und Essenshass. Ein Versuch. Weil meine Gefühle und Positionen so zerrissen sind. Aus guten Gründen. Und diesen Kampf findet ihr hier auch wieder. Mir fehlt leider viel alternatives Vokabular. Ich schreibe Ess-störungen, weil die Störung nicht in der Person liegt, sondern von außen stattfindet. Ich verstehe Begrifflichkeiten in ihrer Selbstzuordnung, nicht darin, wie irgendwelche Kataloge zuordnen, da die Grenzen doch sehr fließend sind – niemand kann das von außen definieren. Mir jedoch hilft der Begriff „ess-gestört“ zur Zeit noch, um vieles fassen zu können. Dieser Text ist aus der Perspektive einer dicken Frau die mehr als die Hälfte ihres Lebens mit dem Essen und gegen_für sich kämpft. Manche Sätze können wehtun weil da viel Schmerz drin ist. Selbstverletzung_zerstörung. Persönliches und so. Ich rege mich über Vereinnahmungen auf. Und schreibe über Vergleiche, Kämpfe, Verletzungen und die Verzweifelte Suche nach der Anerkennung des eigenen Schmerzes. Weiterlesen

Externalisierung von Gewalt gegen Frauen

Zum Teufel mit der verdammten Externalisierung von Gewalt gegen Frauen. Immer woanders. Andere Länder. Im Park. Bloß nicht im Alltag. Bloß nicht bei den Männern, die Umfelder gestalten. Alles die Frauen. Ich krieg das kotzen wenn ich sowas lese und höre.
Erst gestern live auf einer Veranstaltung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Der Inhalt ging von „Früher war es ja viel schlimmer“, „in arabischen Ländern ist es voll krass“, „meine muslimische Freundin“ und „damals als ich in Kolumbien war“ bis zu „das trifft ja aber auch auf Männer zu“, „Frauen sind nunmal schwächer“, „diese Zahlen zweifel ich an“ und „Kachelmanns Freundin hat ja auch ihren Fankreis“. Weiterlesen

Pathologisieren? NOT! Ein Paradestück in 5 Akten.

Worte zur Begrüßung.
Eigentlich bin ich bei Kommentaren relativ erbarmungslos. Das ist der Vorteil dieses Internets: Ich kann blöde Menschen einfach blocken und ihren Schmarn löschen. (Gut, manchmal würde einfach mal zutreten mehr Spaß machen, aber ich nehme was ich kriegen kann.) Aber diesen Kommentar von Lothar möchte ich euch nicht vorenthalten, gerade weil der erste Satz schon reicht. Er zeigt einfach beispielhaft, was an der Pathologisierung von Frauen problematisch ist und führt genau vor, wie das funktioniert. Außerdem macht er genau das, was ich befürchtet hatte: Das Menschen mich in diesem Internet künftig über eine Diagnose definieren, die ich selbst kritisiere. Weiterlesen

Faktencheck? Arschlochtag mit Kachelmann

Gestern war ein Arschlochtag. Gestern ging es nach Frankfurt, um den aktuellen Kachelmann Prozess kritisch zu begleitet. Ich bin dem Aufruf der Intiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt : „Die ,Opferindustrie‘ bittet zum Faktencheck“. Ich habe mich auf vieles eingestellt. Aber wohl nicht auf diesen Presserummel. Wir waren etwa Frauen* die schon vor dem Gebäude protestierten. „1xFaktencheck“ bitte. Ich kannte die Initiative bisher nur aus dem Internet und wollte eigentlich vor allem beobachten. Daraus wurde nichts. Weiterlesen

Am guten Geschmack vorbei – ZDF & Fans

Ich tu mir schwer zu dem Thema was zu schreiben. Weil ich denke das ist alles schon so über… Tausendmal gehört, so oft diskutiert und gestritten und kein Lernerfolg. Und ich seh mich als Feministin ohne Lehrauftrag. Kein Bock drauf. Also gibts auch hier mehr ein Auskotzen. Damits nicht in meinem Kopf bleibt. Weiterlesen