Vorträge & Workshops

Mich gibt es nicht nur im Internet, sondern ich komme auch gerne zu euch in eure Städte, Zentren und zu euren Festen. Schreibt mich einfach an. Ich halte Vorträge und Workshops zu den Themen Feminismus und (Anti-)Psychiatrie. Beispielsweise zu Diagnosen, Pathologisierung, rape culture, sexualisierter Gewalt, Selbstverletzung, Triggerwarnungen, Selbstfürsorge(kritik), Körpern, Essen und zur Institution Psychiatrie – immer aus einer herrschaftskritischen, feministischen Perspektive.
Unten findet ihr ein paar der Sachen, die ich schon gemacht habe, aber wenn ihr Texte von mir gelesen habt und denkt, dazu wolltet ihr schon immer mal was machen oder hören, dann fragt gerne nach unter mail [ÄT] identitaetskritik.de

„Du bist ja total krank!“ –
Eine Reise durch die Wirrungen der Psychiatrie
Wir alle sind vertraut mit psychiatrischen Diagnosen. Wir selbst oder nahe Menschen von uns gelten als depressiv, verrückt, persönlichkeitsgestört. Viele gehen regelmäßig in die Therapie, manche landen hinter verschlossenen Türen. Was passiert hinter diesen Türen? Wer unterscheidet, welches Verhalten, Denken, Fühlen noch normal und welches krank ist? Was hat das alles mit der Gesellschaft zu tun in der wir leben? Welche Machtverhältnisse durchziehen das Gebäude, die Psychiater_innen, die Patient_innen?
In diesem Vortrag soll es Anregungen für einen kritischen Blick auf Psychiatrie geben. Anhand vieler Beispiele wird die Institution genauso unter die Lupe genommen wie die Diagnosen, die zur Einweisung von Nöten sind.


Psychiatrische Diagnosen –
umstritten, aber unverzichtbar? (Workshop, 1-2 Tage)

Schizophrenie, Borderline, Depressionen – das sind Namen, die verschiedenstem Erleben gegeben werden. Oder dem, was Psychiater_innen dafür halten. Diese Schubladen sind eng, sperren ein. Gleichzeitig sind es oft die einzigen Worte, die es gibt. Wenn Lebensrealitäten geprägt sind von schmerzhaften Erfahrungen, wilden Emotionen und einer Wahrnehmung, die viele nicht verstehen können. Diagnosen versprechen Anerkennung, versprechen Sprache, versprechen Hilfe. Aber was haben sie mit Gesellschaft zu tun? Wie kann den gewaltvollen Konsequenzen begegnet werden? Wie können Schmerz und unterschiedlichste Lebensrealitäten ohne psychiatrische Begriffe in Worte gefasst werden? In dem Workshop geht es um die Versprechen von Diagnosen. Um die Struktur unserer Gesellschaft, um Geschlechterfragen und den Umgang damit in unserem Alltag. Gleichzeitig soll es darum gehen, eine Sprache zu finden, die nicht die von Psychiater_innen ist. Dabei wird es Raum für eigene Auseinandersetzungen und Diskussionen geben.

Hysterisch, depressiv, voll borderline – warum wir eine feministische Pathologisierungskritik brauchen (Vortrag)
„Du bist ja total hysterisch“ ist ein Ausdruck, den wir auch heute noch kennen. Hysterisch dient damit als Delegitimierung, um zu sagen: Du übertreibst. Doch als psychiatrische Diagnose spielt „Hysterie“ heute keine Rolle mehr, ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Ganz hoch im Kurs dagegen „Depressionen“ oder „Borderline“.
Diagnosen sind nicht ohne ihre geschlechtliche Dimension betrachtbar. In diesem Vortrag geht es darum, welche Konsequenzen die Pathologisierung von Verhalten und Erleben hat. Aus feministischer Perspektive reicht es nicht, den Umgang mit Diagnosen zu kritisieren, sondern das Modell selbst muss in Frage gestellt werden, um nicht das herrschende System von Geständnissen, Selbstdisziplinierung und Psychiatrie zu stützen. Feministische Politik braucht andere Anerkennungsstrategien von Krisen, muss das Konzept des „Abnormen“ in Frage stellen und sollte Klassifikationssystemen nicht nur skeptisch sondern ablehnend gegenüberstehen.

Diagnosebingo – feministische Auseinandersetzungen mit Psychiatrie (Workshop, 2 Stunden)
„Gender-Dysphoria“, „Hysterie“ und „Störungen der sexuellen Präferenzen“ – psychiatrische Diagnosen stehen in einem engen Zusammenhang mit Geschlechts- und Sexualitätskonstruktionen. Körpernormen werden reproduziert und Essverhalten pathologisiert. Der gesellschaftliche Kontext spielt in psychologischen und psychiatrischen Auseinandersetzungen oft höchstens eine Nebenrolle. Wie wurden und werden Stimmen durch Diagnosen delegitimiert?
In diesem Workshop wird es einen kleinen Input geben zur Kontextfetzen und Diagnosekatalogen. Gemeinsam werden dann Diagnose- und Therapiematerialien angeschaut und mit diesen kritisch auseinandergesetzt. Wie werden wann patriarchale Strukturen her(r)gestellt? Dabei wird es auch Raum für mitgebrachte Fragen und Diskussionsbedarf geben.

Die zerbrechliche Frau – Kritik der Psychopathologie in feministischen Räumen (Als Workshop oder Vortrag)
Triggerwarnungen haben sich ebenso etabliert wie Awareness-Strukturen. Was bedeutet diese Entwicklung? Für wen sind diese Strukturen und Ansätze (tatsächlich) gedacht? In feministischen Räumen werden zunehmend Methoden der Psychologie übernommen. Statt sich mit Situationen und Verhältnissen zu beschäftigen, stehen individuelle Emotionen im Vordergrund – ohne dass diese in die Prozesse eingebunden werden, in denen sie her(r)gestellt werden. Verhalten und Empfinden werden selbst in feministischen Räumen pathologisiert und das Sprechen über (sexualisierte) Gewalt auf Psychotherapien ausgelagert. Welche Emotionen sind erlaubt? Welches Bild von Frauen wird in diesen Entwicklungen reproduziert? Wie hängen Begriffe wie „Opfer“ und „Betroffene“ damit zusammen?
In diesem Workshop wird es einen längeren Input geben, in Diskussionen wird es aber auch Raum geben, sich zu streiten und sich gemeinsam kritisch mit der Thematik auseinanderzusetzen.

I hurt myself – Wenn „My body – my choice“ nicht mehr zählt. Selbstverletzung aus feministischer Perspektive (Vortrag)
Wenn es um reproduktive Rechte geht gilt die Forderung: „My Body, My Choice!“. Doch wenn sich mit scharfen Klingen in die Haut geschnitten wird, freiwillig gehungert oder mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen wird, gilt das nicht mehr. Denn das gilt in der Gesellschaft als Teil psychischer Störungen, als destruktiv. Wenn auf Körpern zu viel sichtbar wird, greifen die psychiatrischen Sanktionen in hoher Geschwindigkeit. Was hat das mit Körperpolitiken zu tun?
Zwischen Relativierung („Nur eine pubertäre Phase“) und Dramatisierungen („Suizidversuch“) bewegen sich die Außenansichten. Selbstverletzung wird in der geschlechtlichen Dimension zumeist nur als „nach innen gerichtete Aggression von Frauen und Mädchen“ verhandelt. Widerständigkeit und Aneignung des eigenen Körpers werden wenn überhaupt als „dysfunktional“ gewertet. Doch was kann es jenseits dessen heißen, den eigenen Körper zu verletzten? Was kann das widerständige Potential darin sein, die Antastbarkeit des Körpers nach außen zu tragen?
In dem Vortrag geht es um eine feministische Annäherung an das Thema Selbstverletzung, jenseits von Idealisierung und psychiatrischer Verdammung.

Feministische Psychiatriekritik (Vortrag)
Psychiatrie ist eine Einrichtung für als krank und gestört erklärte Menschen. Die dafür notwendigen Diagnosen unterliegen stetigem Wandel und gesellschaftlichen Kämpfen. Psychiatrie greift regulierend in die Geschlechterordnung ein, behandelt(e) „Homosexualität“ und „Gender-Dysphoria“. Feministische Psychiatriekritik bedeutet, die Institution und materiellen Realitäten der Psychiatrie genauso in Frage zu stellen, wie die Konstruktionen von Normalität und Wahnsinn. Im Vortrag geht es um die grundlegende Ansätze dieser Kritik.

My mind? my choice! – Psychiatriekritischer Empowermentworkshop für Frauen und Transpersonen (Tagesworkshop)
Emotionen und Verhalten werden, wenn sie nicht der Norm entsprechen, gerne in psychiatrische Diagnosen gepackt wie Depression, Schizophrenie, Posttraumatische Belastungsstörung und Borderline. Durch die Bezeichnung „krank“ und „gestört“ können Stimmen delegitimiert und abgewertet werden – und gleichzeitig versprechen sie die Anerkennung von Schmerz. Der Umgang mit komplexen Lebenssituationen und schmerzhaften Erfahrungen wird ausgelagert auf Psychotherapien und Klinikaufenthalte. Diese versprechen Besserung bis hin zur Heilung. Das Ziel ist „wieder ganz“ zu werden. Dabei wird sich an einer weißen, männlichen Norm als Ideal orientiert. Aus feministischer Perspektive ist dieses Ziel mehr als fragwürdig. Gleichzeitig werden Umgangsstrategien wie beispielsweise Selbstverletzung und die Sichtbarmachung einer gewalttätigen Gesellschaft auf dem eigenen Körper abgewertet. Umgänge mit Krisen und Gewalt werden immer eingeschränkter auf psychologische Ansätze.
In diesem Workshop geht es darum, durch eine feministisch-psychiatriekritische Perspektive und praktisches Ausprobieren neue Sichtweisen und Handlungsspielräume zu finden – entgegen der Pathologisierung von Verhalten, Denken und Wahrnehmung. Der Workshop richtet sich vor allem an Frauen und Transpersonen, die selbst Erfahrungen mit Pathologisierungen gemacht haben.

 

Vortrag: Geschlechts- und Identitätsgestört? Transpathologisierung und die Macht der Psychiatrie (mit www.bluespunk.blogsport.de)

In Krisen psychologische Hilfe anzunehmen wird zunehmend selbstverständlicher, psychiatrische Diagnosen sind in den letzten Jahren grade in der feministischen Szene ein Stück weit entstigmatisiert worden. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass gerade letztere auch heute noch ein starkes Normierungsmittel sind. Sie unterteilen in psychisch gesunde und gestörte Menschen – die Normalität der patriarchalen (Cis-Hetero-)Zweigeschlechtlichkeit darf nicht herausgefordert werden.
Das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und trans Personen wird massiv eingeschränkt, indem diese pathologisiert werden. Gerade trans Personen müssen sich für eine Änderung des Personenstands und medizinische Maßnahmen jahrelangen Zwangstherapien und psychiatrischen Gutachten
unterziehen.
Auch Feminist_innen sind nicht frei von diesen Mechanismen. Transfeindliche Feministinnen sowie das Verschieben psychiatrischer Gewalt in einen ableismus-Diskurs sind nur Beispiele von problematischen
Debatten.
In dem Vortrag werden die Referent_innen einen Einblick geben in die
Schwierigkeiten von und mit (Psycho-)Pathologisierungen.

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