13 Reasons Why

Wer ungespoilt die Serie gucken will, sollte vielleicht lieber nicht diesen Text lesen. Ich ordne das was in der Serie passiert ein, ohne genaue Szenen zu beschreiben, aber dennoch. Es geht immerhin um den Inhalt. Also: Spoiler-Alert.

„13 Reasons Why“ (Tote Mädchen lügen nicht) ist die zweite Serie die ich in letzter Zeit geguckt habe, bei der es viel um sexualisierte Gewalt geht. Während ich „Top of the lake“ ohne jedes Zögern weiterempfehlen würde, stocke ich bei 13 Reasons Why. Ich habe die Serie angefangen, weil mir der Antihype aufgefallen ist. Die gefährliche Serie, die Jugendliche gefährdet. Das hat mich neugierig gemacht. Und skeptisch gegenüber den Kritiker_innen, die der pathologisierenden und individualisierenden Meinung sind, dass über Suizid nur als Folge einer heilbaren Krankheit verhandelt werden darf. Ich wollte mir ein eigenes Bild machen.

Die Serie wird erzählt aus der Perspektive von Clay. Seine Mitschülerin Hannah hat sich umgebracht und Tapes verschickt. Tapes mit 13 Gründen, warum sie sich getötet hat. 13 Gründe, direkt an Personen adressiert. Durch Clays Augen verfolgen Zuschauer_innen mit, wie Hannahs Verzweiflung immer stärker wird, wie Mitschüler_innen sich in Diskussionen um Lüge, Wahrheit, Schuld und Verantwortung verstricken.

Hier meine erste Zusammenfassung der Serie in Punkten:
Freude? 1/10
Hilfreich? 7/10
Realitätsnah? 10/10

Für viele Folgen habe ich mindestens 2 Stunden gebraucht, weil ich so oft unterbrechen musste. Warum also finde ich sie trotzdem gut? Wenn es so weh tut sie zu gucken?
Es ist das greifbar machen. Das Benennen. Die Realitätsnähe, die ich bei Serien für Jugendlichen noch nie in der Härte gesehen habe. Die Realitätsnähe macht es so unerträglich und gleichzeitig zieht sie an. Es tut weh, weil von Anfang an klar ist: Hannah, die eigentliche Hauptperson, ist tot. Suizid. Folge um Folge sammeln sich die Gründe für ihren Selbstmord. Den Zuschauer_innen ist klar, dass es nicht besser werden kann, und trotzdem knallt es immer wieder neu rein. Die Brutalität der Lebenssituation.

Ich würde Menschen gerne schöne Dinge empfehlen. Bestärkende. Diese Serie war nicht schön. Aber sie hat mir viel gegeben. Gibt sie noch.

Als 17-Jährige hätte ich die Serie geliebt. Und ich glaube, sie hätte mir helfen können. Zu verstehen was da eigentlich passiert, wie diese unfassbare Schulstruktur mit allem drumherum funktioniert. Ich kenne keine Serie, die dermaßen realitätsnah die Brutalität von dem fasst, was als Jugendliche normal erscheint – und manchmal ohne Ausweg. Wie viele Lehrer_innen gesagt haben, wir sollen froh sein dass wir noch zur Schule gingen. Es wäre die beste Zeit des Lebens, wir sollten dankbar sein.
Wenn ich das geglaubt hätte, wäre ich heute nicht mehr am Leben. Das einzige was ernsthaft geholfen hat ist die Hoffnung, dass es irgendwann vorbei ist. Irgendwann raus auf dem Sumpf. Und jetzt ist da diese Serie, die Jugendliche ernst nimmt. Die nicht verharmlost. Die den Schmerz nicht relativiert. Und die gleichzeitig nur wenig Ausweg bietet. Wenig Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Es gibt keine einfach Antwort zur Qualität dieser Serie, ebenso wie es keine einfache Antwort auf den Umgang mit Mobbing, sexualisierter Gewalt und Slut-shaming gibt.

Es gibt viele unterschiedliche Ansichten und Betrachtungsformen von dem, worum es geht. Die einen sagen, das wichtige Thema ist die Ansteckungsgefahr durch die Serie. Die anderen sagen es ist Einsamkeit. Mobbing. Oder Rape Culture. Oder die Problematik der Rachefantasie durch Suzid. Im Folgenden werde ich Schritt für Schritt diese Hauptmotive durchgehen, deutlich machen warum ich sie als zentral oder als weniger zentral sehe.

Worum geht’s?

Rape Culture
Für mich ist das zentrale Motiv der Serie Rape Culture und die Auswirkungen des Lebens in patriarchalen und sexistischen Strukturen für junge Menschen. Die Serie ist voll von Jungen und jungen Männern, die sexistisch sind. Eigentlich alle. Wie sonst auch. Manche unbeabsichtigt, weil sie eigentlich nett sein wollen. Manche die creeps mit denen niemand spricht: Außenseiter sein schützt nicht davor, sexistisch zu sein und zu handeln. Die netten, erfolgreichen Jungs, überall beliebt, die Stars. Broken Jungs, die selbst in einem Strudel von Gewalt stecken.
Manchmal ist der Sexismus volle Absicht, manchmal einfach ein mitmachen, eine unbedachte Handlung, manchmal volles Male-Entitlement. Alldem inne wohnt die unfassbare Reduktion von Frauen und Mädchen auf ihre Körper, auf ihr Aussehen, auf ihren Wert im Bezug auf Sex. Sexualisierte Gewalt ist völlig normalisiert in den Köpfen und der High School.
Rape Culture enthält viele Strukturen. Eine davon ist das Beschämen von Frauen und Mädchen, die gerne und viel Sex haben wollen. Eine weitere ist das Beschämen von Frauen und Mädchen, denen das zugeschrieben wird. Ein falsches Foto, eine Story – und dann ist der „Ruf“ hin. Daraus folgt neue Gewalt, neue Zuschreibungen, die Idee des „Einfach-zu-haben“-Seins.
All das wird in der Serie aufgearbeitet. Sexualisierte Gewalt passiert nicht nur einfach, sondern sie wird als solche benannt. Ebenso wie der Unwille, sie so zu bennen.
Hannah wehrt sich immer wieder gegen sexistische Handlungen und übergriffiges Verhalten, immer und immer wieder. Sie eckt an, weil sie sich diese normalisierten Übergriffe nicht gefallen lässt, immer wieder Jungs zur Rede stellt. Sie ist unfassbar stark darin. Damit werden typische Opfer-Mythen durchbrochen – und vor allem letztendlich die Verantwortung den Tätern gegeben, nicht den Betroffenen. Zumindest ist es das, was die Serie versucht. Das macht sie stark.

Mobbing
Es geht um Mobbing in der Serie. Um den Verlust von Freund_innenschaften, um das schrittweise rausrutschen aus sozialen Kontexten. Es geht um die Versuche, immer wieder in den Kontakt zu treten, immer wieder Menschen zu vertrauen – und immer wieder damit auf die Fresse zu fallen. Immer wieder eins übergezogen zu bekommen.
Es geht um die verschiedenen Strukturen von Mobbing. Hannah ist nicht das „typische Mobbingopfer“. Das ist gut dargestellt. Gleichzeitig kommt auch vor, wie andere es immer wieder abkriegen, weil sie in die typischen „Freak“-Kategorien passen.
Besonders beeindruckt hat mich die Schauspielerin, die es geschafft hat so deutlich zu zeigen, was all diese Ausgrenzungen auch mit dem Körper machen. Wie sie sich immer unsicherer bewegt, nicht mehr zuhause sein kann in ihrem Körper, nicht mehr präsent sein. Wie es immer wieder diese Hoffnung gibt, das darauf einlassen, mit anderen sprechen, offen sein – und sie immer wieder doch alleine dasteht.
Wie ganz kleine Gesten von unfassbarer Bedeutung sind. Jeder netter Kontakt etwas bedeutet, und jede Verletzung darin dann umso schwerer wiegt. Es ist schwer über Mobbing zu sprechen. Es ist kein singuläres Ereignis, wo man sagen kann: Hey, das ist das, was passiert ist, deswegen geht es schlecht. Es ist eine Aneinanderreihung von Geschehnissen, die immer weiter zum Ausschluss aus dem sozialen Raum führen, die immer weiter zur Unsichtbarkeit und Einsamkeit führen.

Einsamkeit
Es geht um Einsamkeit in der Serie. Um den Verlust von Bindungen. Von Nähe. Gleichzeitig zeigt die Serie auch, dass diese Einsamkeit manchmal nur empfunden ist. Das es Menschen gibt, die sich interessieren. Ich mag, dass die Eltern in dieser Serie nicht die Bösen sind. Das sie sehr liebend dargestellt sind. Nicht fehlerfrei, sie streiten sich, haben Probleme – aber ihr Interesse an ihrer Tochter steht zu keinem Punkt zur Diskussion. Damit geht die Serie weg von der Idee, das die Kleinfamilie der zentrale Ort für Jugendliche sei. Sie macht deutlich, was prägt. Dass auch noch so liebende Eltern nicht auffangen können, wenn es keine anderen Bindungen gibt.
Hier schafft die Serie es gut den Kontrast zu ziehen, zwischen dem wie unfassbar einsam und lost sich Hannah irgendwann fühlt, und gleichzeitig wie viel sie immer wieder Einzelnen auch bedeutet. Und trotzdem. Einsamkeit ist ein mächtiges Gefühl. Mit niemandem Sprechen zu können bedeutet auch, aus der Übung zu kommen und irgendwann nicht mehr zu wissen, wie das geht.

Keine Hilfe
Immer wieder kämpft Hannah. Sie tut und tut und es gibt keinen Ausweg. Das macht die Serie auch schwierig. Ich weiß nicht ob sie ermutigt zu sprechen. Vielleicht nicht. Vielleicht aber auch gerade, weil nichts beschönigt wird. Weil Worte mitgeliefert werden. Ich glaube, das sie mindestens genauso viel hilft wie jede „Suizid is not an option“ Kampagne. Denn diese Kampagne liegt falsch: Es ist definitiv eine Option. Nicht die Beste. Aber es ist eine.
Aber es ist auch nicht Hannahs erste Option. Sie spricht sogar mit einer erwachsenen Person. Die leider super unfähig ist. In vielen Rezensionen hat das Erwachsene gestört, weil sie der Meinung sind, dass es auch super fähige Unterstützungspersonen gibt. Gibt es auch. Aber auch unfähige – und es gibt wenige Menschen, die gut zuhören können. Wenn Mädchen in der Kindheit sexualisierte Gewalt erleben, müssen sie durchschnittlich Sieben Erwachsene ansprechen, bis ihnen jemand glaubt. Sieben. Das ist eine ganz schöne Menge. Das ist ganz schön viel zum erzählen. Und ganz schön viel Erfahrung mit nicht geglaubt bekommen.
Wie soll eine_r sprechen lernen, wenn Gewalt so normalisiert wird, dass sie gar nicht mehr als solche erkannt wird? Und selbst wenn, wann lernen Jugendliche die Worte dafür? Und was sagt ihr soziales Netz dazu, wenn sie die Alltäglichkeit plötzlich als Gewalt labeln? Welche Konsequenzen hat das?
Ich bin nicht der Ansicht, dass es keine Hilfen für Jugendliche gibt. Aber ich glaube, es gibt welche, die haben Pech. Wie Hannah. Und ihnen wird nicht geglaubt, nicht richtig zugehört. Das ist nicht so selten.
Es ist auch eine Schwäche der Serie, dass es keine Hilfe gibt sondern am Ende der Tod steht. Damit gibt es keine Ideen davon, wie Hilfe funktionieren kann. Aber dennoch. Die Serie kann wenigstens Worte geben, die ernst nehmen, was passiert.

Gründe für Suizid von Jugendlichen
Gesellschaftlich wird Suizid immer mehr als Folge einer heilbaren Krankheit gehandelt. In Neuseeland dürfen unter 18-jährige die Serie nicht mehr ohne Erwachsene gucken. Eine Begründung dafür lautet:

„Her death is represented at times as not only a logical, but an unavoidable outcome of the events that follow. Suicide should not be presented to anyone as being the result of clear headed thinking.“

Das widerspricht den gesellschaftlich gewünschten Vorstellungen von Suizid: Die Handlung einer kranken Person, die gestoppt hätte werden können, wenn nur rechtzeitig medizinische Behandlung erfolgt wäre. Das ist Teil einer sehr pathologisierenden Betrachtung. Die Probleme individualisiert. Die Serie zeigt auf, welche Konsequenzen Handlungen in Kombination haben können. Nicht eine einzelne, aber wenn auch andere verletzend handeln. Immer wieder wird von den zurückbleibenden Jugendlichen die Frage aufgegriffen: Hätte die Kette durchbrochen werden können? Es bleibt offen. Vielleicht hätte was verändert werden können. Vielleicht auch nicht. Aber die Serie bietet kein hohles Versprechen der heilbaren Krankheit.
Die Serie stellt dar, wie an unterschiedlichsten Stellen andere Wege möglich gewesen wären, mal durch eine andere Handlung von Hannah, aber vor allem durch andere Handlungen von Menschen um sie herum, von Strukturen. Diese Gesellschaft neigt dazu, Probleme zu individualisieren und zu pathologisieren, und sie nicht in einen Kontext zu stellen. Diese Serie tut das. Es ist nicht nur Hannah die von slut-shaming und Gewalt betroffen ist. Die Gewalt ist normalisiert, und wie schlimm das ist, das zeigt die Serie auf. In manchen Rezensionen wird kritisiert, das Vergewaltigung so als Grund für Suizid fungiert und damit das Bild von Überlebenden sexualisierter Gewalt reduziert. Ich sehe das nicht so. Nicht alle die von sexualisierter Gewalt betroffen sind in der Serie bringen sich um. Und es ist eine Sache, die auch passiert. Es sind so viele Aspekte die den Suizid von Hannah begründen, von scheinbaren Kleinigkeiten bis zu offensiven Gewalttätigkeiten.
Jugendliche haben ein Recht darauf, dass Menschen für sie da sind. Sie sehen. Die Schule ist ein verdammtes Zwangssystem, was sämtliche Entscheidungen limitiert. Erwachsene können sich entscheiden, wo sie hingehen. Orte wechseln. Soziale Räume aufbrechen. Manchmal auch nicht. Aber Jugendliche sind viel mehr gefangen.

Rache vs Verantwortung
Eine andere der großen Kritiken an der Serie bezieht sich darauf, das Hannah sich mit den Tapes rächt. Das sie sich umbringt um sich zu rächen indem sie dann die Tapes sendet. Eine Figur in der Serie sagt es immer wieder: Du musst bis zum Ende zuhören. Ich finde nicht, dass das Rachemotiv zentral ist. Ja. Hannah sagt früh an einer Stelle „And by the way. I‘m still dead.“ Aber wenn ich ihrer Geschichte bis zum Ende zuhöre, verstehe ich das. Dieses Austeilen. Es ist nicht grundlos. In den Kritiken ist die Angst groß, das Suizid damit zum legitimen Motiv für Rache wird.
Ist es schon lange, aber darüber wird nicht gesprochen. Da sind es Männer, die sich töten um sich an Frauen zu rächen, die sie nicht genug lieben.
Ein sehr gewaltvoller Akt. Dagegen sind Hannahs Tapes harmlos. Sind sie natürlich nicht. Sie boxen rein und alle gehen damit unterschiedlich um. Manche bereuen Entscheidungen und Handlungen. Anderen ist es egal. Manche ersticken an den Schuldgefühlen, und auch das wird nicht beschönigt. Und schon gar nicht romantisiert.
Es geht um die Fehler welche die Mitschüler_innen machen. Kleine Handlungen, Unterlassungen, aktive Gewaltätigkeit. Die Serie zeigt diese Mitschüler_innen nicht einfach als böse Monster, die gezielt Gewalt ausüben. Die Serie erzählt genauso wie Hannahs Schmerz die Geschichten der Mobber_innen. Das ist eine große Stärke der Serie. Damit ermöglicht sie Zuschauer_innen Identifikationen. Sich selbst wieder finden und festzustellen, das die eigenen Handlungen verletzen können. Das sie vielleicht manchmal unbedacht sind, aber massive Schmerzen verursachen können. Jugendliche machen Fehler. Mal kleine, mal große, mal bewusst, mal unbewusst. Mal zum eigenen Vorteil, mal um sich selbst zu schützen, mal einfach weil es geht. Aber die Darstellung ist nicht, dass Leute ausgezogen sind um Hannah gezielt zu vernichten. Und gerade deshalb ermöglicht die Serie damit, eigene Handlungen und deren mögliche Konsequenzen besser einordnen zu können. Ein sexistischer Spruch ist eben keine harmlose Kleinigkeit. Slut-shaming zerstört Hannahs komplettes Leben – und alle sind darin beteiligt.
Ich würde nicht sagen, dass es in der Serie zentral um Rache geht. Es geht um die fehlende Übernahme von Verantwortung, und welche weitreichende Konsequenzen das hat. Es geht auch um die unterschiedlichen Ressourcen die Jugendliche haben, und was für einen Handlungs- und Emotionsraum ihnen das lässt.

Zurückbleiben
Wenn Rache romantisiert werden würde, dann würde die Serie nicht so sehr den Schmerz der Zurückbleibenden darstellen. Und das tut sie. Immer wieder. Den unfassbaren Schmerz. Gerade den Schmerz der Eltern, der sie völlig zerfetzt. Weil sie nicht verstehen. Weil sie nicht wissen, was alles passiert ist. Weil sie ohne Antworten dastehen. Sich auch Schuldvorwürfe machen, wie auch nicht, gleichzeitig versuchen damit umzugehen. Hier werden Suizid und seine Folgen nicht verharmlost. Aber die Eltern sind auch diejenigen, die nicht die Tapes hören. Die nicht mit den Gründen konfrontiert werden. Sondern Fragen um Fragen haben.
Die Serie stellt auch die Allmachtsfantasien von „ich hätte tun können“, „ich hätte sie retten können“ dar. Am meisten zerfleischen sich diejenigen Selbst mit Selbstvorwürfen, die am Wenigsten dazu beigetragen haben, am wenigsten wissen – besonders die Eltern. Clay, die andere Hauptfigur, hat lange Zeit einen sehr selbstgerechten Umgang, in dem er immer und immer wieder alle anderen beschuldigt, sie zur Rede stellt, und nicht erträgt, bei sich selbst zu gucken. Weil die Schuldgefühle unerträglich sind und es schwer ist, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen, ohne in diesen Gefühlen zu ertrinken.
Die Schwierigkeit des Zurückbleibens ist nicht der Hauptfokus der Serie. Sondern der Schmerz, den Leben in Patriarchat und Zwangsgemeinschaften wie Schule verursachen können. Hannah hat sich nicht umgebracht weil sie eine schwere Krankheit hatte. Hannah hat sich getötet, weil sie massiv verletzt wurde, immer und immer wieder. Die Serie regt zur Reflektion an, dazu an, eigene Grenzüberschreitungen zu hinterfragen. Die Mitschüler_innen lernen verstehen, dass sie eine Rolle gespielt haben. Ihr Umgang mit dieser Konfrontation wird in der ganzen Bandbreite gezeigt, von Ignoranz bis zu Selbsthass, von der Suche nach Antwort, dem Nichtverstehen, unterschiedlichen Perspektiven und vor allem immer wieder davon, wie dieser Tod alles durcheinanderbringt – für diejenigen, die so nah dran sind, dass sie den Schmerz fühlen. Daran ist nichts Romantisches. Und meiner Meinung nach wird es auch nicht so dargestellt.

Angst vor dem Werther-Effekt
Die größte Sorge der Kritiker_innen ist die Angst vorm Werther-Effekt. Unter Werther-Effekt wird ein medial hervorgerufener Suizid betrachtet, der Nachahmungseffekt. Gerade die detailierte Schilderung und Darstellung von Suizid soll gefährden, als würden da erst die Handlungsweisen erlernt. Das ist unwahrscheinlich bei einer jahrhunderte alten Methode und gleichzeitig dem Leben im Zeitalter des Internets. Das Jugendliche mehr gefährdet sind sich umzubringen, wenn Jugendliche in ihrer Umgebung das getan haben, ist nur logisch. Damit ist diese Option greifbarer. Peers sind eben die wichtigste Bezugsquelle, wenn Erwachsene nicht mehr richtig zuhören und verstehen können, was passiert und in eine_r vorgeht.
Es ist durchaus sinnvoll, mehr Unterstützungsangebote zu machen. Das Thema, also die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen, ernst zu nehmen. Die Serie stößt ein Gespräch dazu an, aber eigentlich geht die Theorie des Werther-Effekts davon aus, das gerade die Thematisierung von Suizid z.B. im Kontext der Darlegung von Gründen zu mehr Selbsttötungen führen würde. Ich finde auch das gefährlich: Die Dethematisierung von Gründen, die Reduktion auf eine „psychische Krankheit“, macht das Verstehen schwieriger, gibt Jugendlichen keine Worte um ihr Erleben fassen zu können.
Ich will den Werther-Effekt nicht klein reden. Aber warum wird dann in der Schule immer noch der Werther gelesen? Ein Buch über einen Stalker der zurückgewiesen wird und sich am Ende aus Selbstmitleid umbringt? Das darf thematisiert werden? Trotz der vielen Nachahmungen die es schon im 18. Jahrhundert gab?
Eine gesellschaftliche Kontroverse über die Lebenssituation von Jugendlichen und gerade vom Gewaltsystem Schule fände ich wesentlich sinnvoller und langfristiger als Pathologisierung und Vereinzelung. Und deutlich besser als eine Werther-Lektüre. Denn da wird Sexismus, Stalking und Aufdringlichkeit völlig akzeptiert und heroisiert, anstatt sie zu dekonstruieren und in Frage zu stellen.

Fazit
Ich habe jetzt vor allem positive Aspekte an der Serie herausgearbeitet. So einfach ist es dann aber doch nicht. Auch diese Serie kommt nicht ohne explizite Darstellung sexualisierter Gewalt aus. Warum das oft nervig ist, könnt ihr hier z.B. nachlesen. Trotzdem unterscheiden sich die Darstellungen von der hintergrundmusikartigen Darstellung bei Game of rape culture Thrones oder anderen Serien und Filmen, in denen Gewalt eben nebenher passiert- ohne das Gewalt selbst und ihre Folgen explizit thematisiert werden. Diese deutliche Thematisierung von sexualisierter Gewalt, rape Culture, Mobbing und Einsamkeit ist mir wesentlich lieber, als wenn das einfach so passiert. Denn damit trägt die Serie zu einem definitiv nicht bei, und das ist ihre Stärke: Der Normalisierung von Gewalt.
Aber was der Serie völlig fehlt ist Empowerment. Die Idee davon, das ganz viel Scheiße passieren kann, und es besser wird. Das eine_r trotzdem weiter machen kann. Hannah ist so unfassbar stark und hat ein so krasses Selbstbewusstsein, wie es sehr unüblich für Jugendliche ist. Hannah zieht sich nicht alles an was ihr zugespielt wird, sie widersetzt sich, benennt was die anderen tun – stellt sie selbst im Flur zur Rede. Hier fehlt das Empowerment, wenn selbst eine Hannah, mit einer unfassbaren Kraft zum Widerstand und eigener innerer Klarheit am Ende nur vor Wände rennt und keinen Ausweg findet. Ich weiß, Menschen die sich umbringen sind super verschiedenen und gerade auch starke Menschen wählen diesen Weg. Trotzdem ist es für eine Serie für Jugendliche hart, die Latte an Fähigkeit zur Selbstverteidigung und Selbstbehauptung so hoch zu setzen – und diese dann dennoch tödlich Enden zu lassen.
Die Darstellung von Stärke um durch Scheiße durchgehen zu können geht anders. Die leisen Ideen die es in der Serie gibt reichen nicht aus, um in der Düsternis Kraft zu geben. Das Verstehen. Das Benennen. Das kann Kraft geben. Aber dann wohin damit? Das fehlt. Das so wichtige Anfangen zu sprechen. Das braucht es mehr. Davon braucht es in der gesamten Gesellschaft mehr. Und vor allem die Fähigkeit zuzuhören. Und nicht aus Angst vor dem was da sein könnte, zuzumachen.
Jugendliche müssen ernst genommen werden, viele Erwachsene kriegen das leider nicht hin. Die Serie zu verbieten halte ich für keine gute Lösung um junge Menschen zu schützen. Wenn eine_r die Serie angeguckt hat, dann ist klar, dass nicht die Serie das ist, wovor Jugendliche geschützt werden müssen. Gerade Erwachsene, die mit Jugendlichen arbeiten sollten diese Serie gucken. Nicht um Jugendliche zu belehren. Aber um zu verstehen, ernst zu nehmen, wie diese Lebensrealität aussehen kann. Ich hätte Erwachsene gebraucht, die das verstehen. Ich hätte diese Serie gebraucht, um meine Welt auf dem Bildschirm sehen zu können und Worte zu finden, für all das, was so normal ist.

Betroffenheit schützt nicht davor Scheiße zu sein

Ein Text über #Opfer, #Erlebende, Betroffenheitsargumente und Debatten über Vergewaltigung.

Die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal hat ein Buch geschrieben. „Vergewaltigung. Kulturgeschichte eines Verbrechens“. Es war das erste Buch seit langem, dass mich so richtig in Rage gebracht hat. Manchmal war ich so wütend, dass ich nicht weiterlesen wollte. An anderen Stellen hatte ich nicht genug Zettel zum markieren parat, weil selten eine so genaue, treffende Worte findet. Unter Freundinnen sprachen wir eine zeitlang immer wieder über „das Buch“. Wir wüteten und feierten, etwas, was lange kein Buch geschafft hat: So sehr zum Thema zu werden.

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Gerichtlich definiert: So geht einvernehmlicher Sex

Es gibt nicht viele Worte. Alles wurde schon geschrieben, alles wurde schon gesagt. Es bleibt Sprachlosigkeit. Das Problem ist so tief in unserer Gesellschaft, in unserer rape culture verankert, da wundert das Urteil gegen Gina-Lisa Lohfink nicht. Und doch. Die Argumentation der Staatsanwältin enthält so viele Blüten, so viele Aussagen über das, was in unserer Gesellschaft als einvernehmlicher Sex definiert wird.

Das Gericht beschließt: Der Sex war einvernehmlich. Nur das Filmen nicht. Wie einvernehmlich kann Sex sein, wenn währenddessen gegen den Willen gefilmt wird? Wo ist da die Einvernehmlichkeit?

„Die Männer haben sich schäbig verhalten, haben Aufnahmen gemacht. Aber es gab keine Vergewaltigung.“

Möchtest du Sex? Ja, aber ich möchte nicht gefilmt werden. Also Filmen, ist doch klar einvernehmlicher Sex. Gefilmt werden als Teil einer sexuellen Handlung ist ein Teil dieser Handlung. Und wenn diese Handlung nicht einvernehmlich ist, handelt es sich nicht um einvernehmlichen Sex.
Was ist bloß mit den Leuten los? Fucked-up Sexverständnis.
Es ist nicht nur so, dass dieses Urteil Frauen davon abhalten wird, Vergewaltigungen anzuzeigen. Es trägt dazu bei, Frauen davon abzuhalten, ihre Erfahrungen von Gewalt als solche zu definieren. Denn das ist es doch, wo Vergewaltigungskultur am tiefsten greift. Das die Täter ihre Taten als Sex, als einvernehmlich, als Spaß und als Lust definieren.

„Ja, das war kein Blümchensex, die Szenerie war vom Sexualtrieb der beiden Männer bestimmt.“

Auch hier scheitere ich am Verständnis der Einvernehmlichkeit. Klar gibt es Sexualpraktiken, die bestimmte Dominanzrollen vorsehen. Standardheterosex ist so vorgesehen, traurigerweise. Also eine Orientierung an der männlichen Lust. Sex, genauer, Geschlechtsverkehrt, wird durch den Samenerguss des Mannes definiert. Das ist bekannt. Das ist genormt.
Das macht es nicht richtig.
Das macht es nicht okay.
Und das macht eine „Szenerie“ die vom „Sexualtrieb der beiden Männer“ bestimmt war, nicht zu etwas Einvernehmlichem. Einvernehmlich bedeutet, dass alle Partein bewusst in eine „Szene“ einwilligen. Alleine durch das Filmen wurde diese Regel gebrochen. Alleine dadurch, dass die Kommunikation der Frau zu einer Nebensächlichkeit reduziert wird. Das Hör auf wird also nur auf einen bestimmten Teil der „Szene“ bezogen, nichts, was gewalttätig ist, lediglich „schäbig“.

„Es kommt mir vor, als würden sie an manchen Stellen des Videos posen.“

Das ist es doch, was Vergewaltiger tun. Sex nachstellen. Sich selbst einreden, dass dies Sex ist. Frauen in „Posen“ schieben. Verlangen, dass diese Lust zeigen. Denn das soll zum Teil ihrer Lust werden. Eine ist also in einer Situation, in der eine nicht sein will („Hör auf“). Doch die Täter tun so, als hätte das, was sie tun, mit Lust zu tun. Aber ihnen geht es nicht um einvernehmlichen Sex. Wie kann das sein, wenn sie doch weiter gefilmt haben? Es geht darum, dass sie es können. Es geht um ihre Lust. Um ihre Fantasien. Um ihre Posen. Um ihre Macht und ihre Gewalt.
Wie immer.

Es geht nicht um sie als Täter. Nicht um ihre Gewalttätigkeit, nicht darum, dass einer schon mehrmals zuvor angezeigt wurde, unter anderem auch wegen Vergewaltigung. Es geht nicht um ihren Alkoholgehalt, um ihr brutales sonstiges Sexualleben. Was seltsam ist. Denn diesmal war doch die Angeklagt in der Rolle, in der dieses „In Zweifel für den Angeklagten“ gelten sollte. Aber es gab ja keine Zweifel.
Zweifel könnte es nur geben, wenn die unfassbar gewalttätige Heteronormsexualität mit ihrer Reduzierung auf die Lust des Mannes in Frage gestellt werden würde. Wenn nicht die Herkunft, nicht der Beruf und nicht das Aussehen der Verletzten die Bewertung der Tat diktieren würden. Doch da das die Norm ist, werden weiterhin Personen die vergewaltigt werden, sich selbst, ihren Gefühlen und ihrem Körper niemals trauen können. Denn das hohe Gericht hat erneut definiert: So geht einvernehmlicher Sex. Das ist okay.

Und das ist so verdammt nicht okay.

lach doch mal

ein lächeln kostet nichts
günstiger als strom
und spendet mehr licht
erhellt sogar das innen

ein lächeln kostet nichts

außer
meinen körper
meine wahrnehmung
und meine selbstachtung

die fähigkeit zu sagen,
wenn etwas nicht okay ist
die fähigkeit,
das überhaupt zu merken

Sexualisierte Gewalt. Weiß-Deutsche Vorbildlichkeiten

In Deutschland geistert die Vorstellung umher, die deutsche Kultur gegen eine frauenfeindliche Invasion verteidigen zu müssen. Währenddessen wird ein Strafbefehl von 24 000 Euro ausgesprochen gegen eine Frau, die ihre Vergewaltiger angezeigt hat. Deutsche Kultur at it’s best. Dass in Deutschland ein Nein nicht als Argument gegen Vergewaltigung gilt, wurde in den letzten Jahren immer wieder diskutiert. Erinnert sei an den Freispruch eines Vergewaltigers, weil sich eine Fünfzehnjährige „nicht genug gewehrt“ hätte. Ein Freispruch, der einer klaren Logik folgt: Frauen und Mädchen stehen weißen Männern zunächst frei zur Verfügung – es sei denn, es gibt klare, personalisierte Besitzansprüche von Mein Freund/Mein Mann – oder die Betroffene kämpft bis zum Tode. Vergewaltigt und tot, dann wird die Glaubhaftigkeit nicht in Frage gestellt. Denn dann scheint es anzukommen, dass die betreffene Frau oder Mädchen es auch wirklich nicht gewollt habe.
Aktuell zeigt sich noch eine andere Möglichkeit, sexualisierte Gewalt öffentlich zu machen: In einer zutiefst rassistische Gesellschaft. Immer dann, wenn die Täter nicht weiß-deutsch sind.

Der Besitz weißer Männer und die Bibel
Viele gute Texte wurden geschrieben, wenn auch unzählig mehr katastrophale. Das Jahr 2016 startet rassistisch. Und Nein, die aktuelle Debatte hilft nicht, sexualisierte Gewalt sichtbarer zu machen:

„Unter dem Deckmantel “unsere Frauen (sic!)” zu schützen wird hier eine rassistische Praxis legitimiert, Frauen instrumentalisiert und weiße deutsche Täter unsichtbar gemacht. Der Umstand sexualisierter Gewalt wird für rechte Propaganda und Angstmache missbraucht und plötzlich sind alle ganz eifrig dabei was dagegen zu tun. Gegen “die (sic!)” zu tun!
All jene, die Anzeigen gegen weiße deutsche Männer stellen/gestellt haben, haben aber weiterhin Pech, bleiben weiterhin in der jahrelangen Warteschleife, denen wird weiterhin nicht geglaubt, weil es halt bei rassistischer Verfolgung nicht weiterhilft. Rassismus meets Rapeculture und am Ende klopfen sich die weißen deutschen Männer stolz auf die Schulter, Deutschland ist gerettet! Not.“ (Don’t Degrade Debs, Darling: Rassismuss meets Rapeculture)

Der Beitrag macht deutlich, wie sehr es um Rassismus und die Aufrechterhaltung des erhabenen Bildes eines weißen deutschen Mannes geht. Es wird eine Angst davor geschürt, das Haus zu verlassen, dem bedrohlichen „Fremden“ zu begegnen. Dabei werden die eigenen Wände und Türen als etwas imaginiert was Schutz bietet. Zur Erinnerung: In diesem ach so vorbildlichen Deutschland gilt seit nicht einmal 20 Jahren (1997) Vergewaltigung in der Ehe als strafbar. Und die Verfolgung dessen bleibt unwahrscheinlich. Zu tief verankert ist das Besitzverhältnis. Welch wunder, in unserer christlich geprägten Gesellschaft. So steht im Zehnten Gebot in der Bibel:

„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh [Domspatzen] noch alles, was dein Nächster hat.“ (Bibel nach Luther, Ex 20,17)

In dem das Gebot aufgestellt wird, dass das „Weib“ und die „Magd“ des „Nächsten“ nicht begehrt werden soll, wird ein Besitzverhältnis zementiert, in dem Frauen zu einem Mann gehören, ihm untergeordnet sind. Sie werden objektifiziert. Kein Wunder, dass es sich eine solche Gesellschaft schwer tut, Frauenrechte anzuerkennen. Das schlägt sich auch in der Rechtssprechung nieder. Angela Davis schreibt in „Rassismus und Sexismus“:

„In den Vereinigten Staaten und in anderen kapitalistischen Ländern waren in der Regel die Gesetze gegen Vergewaltigung ursprünglich zum Schutz der Männer aus den Oberschichten, deren Töchter und Frauen angegriffen werden könnten, erlassen worden. Was mit den Frauen aus der Arbeiterklasse geschah, war gewöhnlich für die Gerichte von wenig Belang. Eine Folge davon ist, dass bemerkenswert wenig weiße Männer wegen sexueller Gewalt, die sie an diesen Frauen verübten, belangt wurden.“ (Angela Davis: Rassismus und Sexismus, 1982)

Hier macht Davis nicht nur die rassistische Struktur der Verfolgung sexualisierter Gewalt deutlich, sondern auch, dass diese Verfolgung mit der Aufrechterhaltung einer Klassenordnung zu tun hat. (Sexualisierte) Gewalt gegen Schwarze Frauen und Mädchen wird bis heute kaum beachtet. Die Täter bleiben unsichtbar. Die Bebilderung von Artikeln zum Thema zeigen auch jetzt wieder weiße, oft blonde, als heterosexuelle imaginierte Frauen mit langen Haaren. Die Unsichtbarkeit der Täter wird nur dann gebrochen, wenn diese nicht weiß sind.

Das bedrohliche „Andere“

„Unsere sexistischen und gewaltvollen Strukturen werden verschleiert und Missstände ethnisiert – etwa dann, wenn davon ausgegangen wird, dass eine Meute betrunkener Männer nur bedrohlich sein kann, wenn diese »arabisch oder nordafrikanisch« (oder einfach: irgendwie ausländisch) aussehen. Es wird verschleiert, wo in unserer Gesellschaft überall Gewalt gegen Frauen ausgeübt, institutionalisiert, legitimiert und bagatellisiert wird.“(Nadia Shehadeh: Angstmacherei mit System)

Ein Blick auf die weiß-deutschen Freunde, Ex-Freunde, Väter, Großväter, Onkel, Bekannte, Partner und Freunde der Familie gibt es nicht. Schon gar nicht in bürgerlichen Verhältnissen. Wie auch. Das Gefährliche ist das Draußen, die Party, das Haus zu verlassen. Nicht dass ich nicht auch Männergruppen meiden würde. Betrunkenes Patriarchat ist einfach zum Kotzen. Karneval? Oktoberfest? Lauter betrunkene Typen, junge, alte, fast immer weiß-deutsch, die ihre Hände nicht bei sich behalten können? Deutsche Kultur, ich scheiß auf dich.
Und doch basiert diese Angst vor dem Draußen auf einem Bedrohungsszenario, dass sich tief verwurzelten, rassistischen Logiken bedient:

„Der „dunkle Mann“, „das Fremde“ passen gut als besonders gefährlich in dieses Szenario. Sei nur erinnert an das Kinder“spiel“: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ – auch dieser Zusammenhang ist nicht zufällig sondern hat mit gesellschaftlichen Strukturen zu tun. Eine diese Mythen entsprechende Vergewaltigung ist weitaus seltener, kommt aber eher zu einer Verurteilung. Ein Hoch auf unser rassistisches Rechtssystem!“ (Mythen über Mythen. Was das Heimwegtelefon mit rape culture zu tun hat)

Letztendlich dient die Verschärfung des Bildes des bedrohlichen Außens erneut dazu, Frauen auf ihren Platz am heimischen Herd zu verweisen. Dort sind die Besitzverhältnisse geklärt und der weiße Mann kann sich als Held und Beschützer fühlen. Denn jetzt, da rettet er auch noch die Nation vor der gefährlichen Bedrohung, die ein nie dagewesenes Problem darstellt. Der Retter, der noch nie Frauen angelabert, angetatscht oder bedrängt hat. Deswegen ist der weiße, deutsche Mann dann auch schwer geschockt, wenn er doch einmal angezeigt wird. In seiner Fantasie war doch alles einvernehmlich! Aber keine Sorge, eine Angst vor Strafverfolgung muss er nicht haben. Da springt die deutsche Kultur ein. Die Idee wird aufrechterhalten, das ständig Frauen und Mädchen durch die Republik rennen würden, die aus Profitgier, Rache oder .. (Ja, warum eigentlich? Spaß? Langeweile? Feminismus? Störung?) Männer falsch beschuldigen würden.

Die Mär der Falschbeschuldigung
Die Vorstellung der sexuellen Falschbeschuldigerin hat in Deutschland lange Tradition. Oft ist sie verbunden mit der Idee einer Geisteskrankheit/psychischen Störung der betreffenden Frau. Ein Autor nennt als Faktoren, die Falschbeschuldigungen begünstigen würden:

„In erster Linie ist da der Einfluß der weiblichen Geschlechtsartung zu nennen, und es kann gar keine Frage sein, daß die weibliche Wesensart als solche einen Faktor darstellt, der von sich aus das Auftauchen solcher zu sexuellen Falschbeschuldigungen führender Gedankenreihen und Handlungstendenzen begründet.[…] Das wertvollste, praktisch-brauchbarste Ergebnis der Untersuchung ist jedenfalls das, wenn man […] auf Erscheinungen stößt, die unverkennbar auf die Mitwirkung pathologischer Elemente beim Zustandekommen der betreffenden Anschuldigungen hinweisen.“ (Karl Birnbaum: Die sexuelle Falschbeschuldigungen der Hysterischen, 1915)

Frauen gelten auch heute noch als tendenziell manipulativ. Die Anzahl der Falschbeschuldigungen sind im Bereich sexualisierter Gewalt nicht höher als in anderen Bereichen. Doch immer wieder wird sie zum Thema. Der weiß-deutsche Mann ist ganz verwirrt, denn er hat es nicht so gemeint – in Wahrheit hat sie es doch so gewollt.
So verwundert es auch nicht, dass in einem – seit einem Jahr eingestellten Verfahren – plötzlich ein Strafbefehl gegen eine Frau ergeht, die ihre Vergewaltiger angezeigt hat. Falschbeschuldigung, so der Vorwurf. Begründet wird dies vom Richter damit, dass aus „Chatverläufen“ nicht hervorginge, dass es sich nicht um einvernehmlichen Sex gehandelt habe. Dass mit der Unschuldsvermutung argumentiert wird um Vergewaltiger nicht zu bestrafen ist die eine Ebene. Das zeitgleich mit dem Nicht-Glauben ein Strafbefehl ausgesprochen wird geht um einiges weiter: Das nicht beweisen können einer Vergewaltigung wird zur Falschbeschuldigung erklärt.
Die Begründungen werden schon in den Artikeln deutlich. Die deutsche Kultur und ihre grandiose Berichterstattung: Die eine Zeitung schreibt von der „29-jährige Blondine mit dem ausladenden Dekolleté“ (Huffingtonpost, 2.1.2016) und von einem „Sextape“. Dass dieses Video gegen den Willen der Frau gedreht wurde, auf dem Video die Worte „Hört auf“ zu hören sind und dass dieses Video gegen den Willen der Frau immer noch im Internet kursiert, interessiert die deutsche Kultur nicht. In allen Artikeln wird immer wieder geschrieben: „die Blondine“. Es ist eine Klassenfrage: Blonde Frauen sind sexy aber dumm. Zur weiß-deutschen Kultur gehören zahlreiche Blondinenwitze. Etwa der Art: „Was passiert, wenn sich eine Blondine an einen Baum lehnt? Der Baum fällt um! Warum?
Der Klügere gibt nach!“ Wie witzig. Oder auch ein Ausdruck einer frauenfeindlichen, klassistischen Gesellschaft. Die Fotos, welche die Artikel zur angeblichen Falschbeschuldigung bebildern, zeigen beispielsweise einen betonten Ausschnitt um deutlich zu machen: Diese Frau will Sex – also kann es keine Vergewaltigung gewesen sein.
Als ein weiterer „Beweis“ für die Falschbeschuldigung wird ein toxikologisches Gutachten genannt, in dem bewiesen worden wäre, dass es, entgegen der Vermutung der Frau, keine K.O.-Tropfen gegeben habe. Als Nachhilfe für unsere deutschen Richter ein kleiner Exkurs. Es gibt zahlreiche Substanzen die dazu eingesetzt werden, Frauen widerstandunfähig zu machen und die dazu führen, dass Erinnungslücken entstehen. GHB (Gamma-Hydroxybuttersäure), oft als Liquid Ecstasy bezeichnet, ist eine der Substanzen, die häufig unter KO-Tropfen assoziiert werden.

„GHB wird im Körper innerhalb weniger Stunden soweit abgebaut, dass es nicht mehr nachweisbar ist. Für einen medizinischen Nachweis ist zudem eine gezielte toxikologische Analyse von Blut oder Urin notwenidg. […] Im Blut ist GHB ca. 6 – 8 Stunden nachweisbar, im Urin etwa 12 – 14 Stunden.“ (Notruf Hamburg: K.O.-Tropfen)

Da die Anzeige zwei Wochen nach der Tat erfolgte, ist dieses Gutachten demnach absolut nichtssagend. Das sind also die weiterreichenden Beweise gegen eine Frau, die Vergewaltigung angezeigt hat. Sie ist nun diejenige, die bestraft wird. Sie gilt als „Schlampe“ und „Nutte“ – und wie unsere Gesellschaft so schön beschlossen hat, Sexarbeiter_innen können nicht vergewaltigt werden. Also gilt diese Beschimpfung als Delegitimierung, als klassistische Degradierung um die Glaubhaftigkeit der Betroffenen in Frage zu stellen.
Die Debatte um diesen Strafbefehl scheint völlig unabhängig von der Debatte um die sexualisierte Gewalt um Köln zu sein. Was auf den ersten Blick völlig absurd erscheint, ergibt nur dann Sinn wenn eine sich anschaut, wie tief Rape Culture verwoben ist mit Rassismus und Klassismus. Wenn der Täter also nicht in eine rassistische Vorstellung passt, gilt der aktuelle „Aufschrei“ nicht, wenn die Täter aus dem Nahumfeld stammen gilt der aktuelle „Aufschrei“ nicht, wenn Täter sich gute Anwälte leisten können oder bekommen und somit einer Verurteilung entgehen, weil sie weiß und deutsch sind – dann gilt der aktuelle „Aufschrei“ nicht.
Und so bleibt auf ein Neues unsichtbar, wie Angst produziert wird, Frauen verboten wird das Haus zu verlassen, wie rassistisch unsere Gesellschaft ist und vor allem wird sexualisierte Gewalt nicht besser thematisierbar als bisher. Denn das könnte ja die deutsche Kultur in ihren partiarchalen Grundfesten erschüttern.

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Rassismus meets Rapeculture
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Täterblicke

In diesem Text versuche ich dem Phänomen nachzugehen, dass beim Thematisieren von Gewalt gegen Frauen™  immer wieder dem Blick der Täter gefolgt wird. Wie meine regelmäßigen Leser_innen wissen, halte ich nichts davon, Gewalt nicht zu benennen. Das tue ich auch hier explizit. Ich habe mich aber dagegen entschieden die Bilder, die ich beschreibe, auf meinem Blog haben zu wollen. Könnt ihr selbst googlen. Wie immer bin ich dankbar für Kommentare, weiterführende Gedanken und Vorschläge für Handlungsstrategien.

Für eine Recherchearbeit habe ich vor einigen Tagen mal wieder „violence against women“ in die Suchmaschine eingegeben. Ich habe das Tab ganz schnell wieder zu gemacht. Vor einiger Zeit schrieb ich einen ähnlichen Text. „Über Männerfantasien. Vergewaltigungsmythen in Bildern.“ Dabei ging es um Bilder, die im Kontext von Berichten über Vergewaltigung genutzt werden, um die Reproduktion von Mythen. Ich nannte den Text Männerfantasien, denn die Bilder, die produziert werden, sind Fantasien, Fantasien die Gewalt auslagern, nicht als alltägliche Realität betrachten.

Was ist eigentlich mit den Tätern?
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Wie ich dann doch mal Germanys Next Top Model guckte

Ein kurzes Review zu meiner ersten Begegnung mit Germanys Next Top Model. Das mit dem ganzen pathologischen Diskurs rund um „Magermodels“, das knüpfe ich mir dann doch lieber nochmal extra vor. Kurze Gedanken zu Realitäten, Perfektion und Inszenzierung.

Germanys Next Top Model war für mich immer sowas, was vollkommen weg von mir war. Es irritierte mich, wenn Freund_innen sich über die neusten Folgen austauschten. Ganz in meiner Ablehnung fragte ich immer: Aber du bist doch Feministin?! Es gab ein völliges Unverständnis meinerseits, wie eine_r sich angucken kann, wie Menschen systematisch vor der Kamera fertig gemacht werden, und es von Sexismus, Rassismus und Fat-Shaming nur so trieft. Das hatte ich alles mitbekommen, das Internet. In letzter Zeit begenete mir immer wieder Kritik an dieser Kritik. Verkürzt, hieß es. Pathologisierend. Realitätsfern. Ich las die spannenden Rezensionen auf Candytechno, ohne je eine Folge geguckt zu haben, und fragte meine Twittertimeline, ob ich mir das mal antun müsse. Die Antworten stimmten mich nachdenklich. Die Gründe gingen von Kapitalismusanalysen über bis zur simplen Tatsache, dass GNTM für viele Mädchen einfach seit 10 Jahren Aufwachsrealität ist. Oh. Dachte ich. Das habe ich nicht mitbekommen. Und ich bin doch immer dafür, Realitäten ernstzunehmen, zu sehen, zu analysieren, dahinter zu schauen. Mit Kritik am „Schönheitsideal“ konnte ich noch nie viel anfangen. Schien mir schon immer eher kurz, und die Gleichzeitigkeit, mit der Menschen Diäten hypen und gleichzeit auf „Magermodels“ schimpfen, hat mich auch schon lange verwirrt.

Es brauchte dann einen Raum ohne Handynetz und Laptop, und gute Gesellschaft, um mich soweit zu kriegen, mir eine komplette Folge zu geben. Eine Zusammenfassung der Folge 8, das war die die ich geguckt habe, findet ihr hier.
Ich kämpfte innerlich mit meinem Blick, konnte die Models nicht auseinanderhalten, hasste von der ersten Sekunden an den Fotografen und war stolz auf mich, dass ich wenigstens wusste wer Heidi Klum ist, so ganz in meiner Ahnungslosigkeit. Fotos mit Hühnern haben mich irritiert. Das ständige dissen war so äääh, was geeeeht? Mir fehlten die Worte. Dann kam die Sache mit den Kleidern. Gut, es sollte um die Models gehen, aber wenn schöne Kleider ins Spiel kommen, bin ich abgelenkt. Unter Wasser tauchen, in einer etwas größeren Telefonzelle. Mit Megakleidern. Okaaaay. Irgendwie fand ich es eine coole Idee. Gleichzeitig war so, ah, also Grenzen gibt es nicht. Grenzen darf eine nicht haben. Grenzen ist etwas, was nicht akzeptiert wird. Patriarchaler Alltag. Alles was Frauen nicht wollen, ist rumgezicke. Ein Mädchen tauchte, kam wieder hoch, schnappte nach Luft und bekam die Kritik: Sie solle mal entspannter gucken. Sie würde ja so aussehen, als ob sie die Luft anhalten würde. Okaaaaay. Klar, unter Wasser nicht so aussehen als ob eine die Luft anhält mit einem Riesenberg Stoff um sich herum. Kein Problem. Abgefahren, dass einige das hinkriegten.
Der männliche Blick der Kamera, war hinter allem. Die Posen, gewöhnlich, überall bekannt, aus der Werbung. Die Eine, die sagte, ich wollte immer nur schön sein. Und dann war ich nicht schön auf dem Foto. Sie weinte. Es war ernst.
Ich merkte meine Befremdung und gleichzeitig fing ich an auch mehr zu begreifen. Es geht nicht nur um ein Schönheitsideal. Es geht um Perfektion. Es geht um eine absurde Form von Kunst. Perfektion um jeden Preis. Der eigene Körper als Bühne, als Mittel zum Zweck. Wie oft sind unsere Körper Bühne, Geschlechterbühne, Anerkennungsbühne? Wie wenig oft gestehen wir uns das ein?
Wo ist die Trennung zwischen meiner Anmalperformance am Morgen und diesem „Ich war nicht schön.“ Bühneninszenierung auf die Spitze getrieben, vor der Kamera. Irgendwas daran hat mich berührt, irgendeine Ehrlichkeit, dieses Hängen des Lebens an diese eine Sache. Diese eine Sache, der Frauenkörper (TM), der genau dazu gedacht ist, dem männlichen Blick zu gefallen, Objekt zu sein, zu glänzen, zu Leuchten.
Ich muss aufpassen, mich nicht lustig zu machen. Nicht in bodenloser Arroganz mich diesem „Ich war nicht schön“ erhaben zu fühlen. Wie oft werte ich meinen Körper ab? Wie oft werten Leute Körper anderer Leute ab? Es ist Alltag, täglich, stündlich, überall wird kommentiert. Es gilt als lächerlich, einem Schönheitsideal hinterher zu laufen, als schwach, ja als krankhaft. Und doch tun es so viele, in dieser seltsamen Gleichzeitigkeit, in der sich darüber lustig gemacht wird. Den wenn von Schönheitsidealen gesprochen wird, sind wir Opfer, Opfer eines Ideals. Niemand will gerne Opfer sein, also heißt es sich, zu distanzieren, eine_r will ja nur ein bisschen abnehmen, nicht einem Ideal nachlaufen. Models? Alles Opfer. Opfer der Werbeindustrie, Opfer der Argenturen, Opfer des Schönheitsideal. Frauen können keine handelnden Subjekte sein. Schon gar nicht, wenn es ihre Körper betrifft. Es geht mir nicht darum, dass ich unsere dickenfeindliche Gesellschaft so besonders toll finde, dass ich es gut finde, wie wenig Raum Frauen durch ihren Körper zugesprochen bekommen. Aber in dieser Gesellschaft, die so sehr unsere Körper, unser Verhalten, unser Sein normiert, bestimmt, bezwingt, eine Hierachie aufzumachen, diejenigen abzuwerten, die dieses Ideal am sichtbarsten nach außen tragen – das erscheint mir mehr als verkürzt.
Ich weiß nicht, ob ich mir nocheinmal angucken werde, wie „Frauensolidarität“ nicht funktioniert, wie sich gegenseitig und von oben fertig gemacht wird, wie geschubst wird und verletzt wird, aber auch nicht wie aufgestanden und gekämpft wird, ich weiß nicht ob ich soviel geballten Sexismus, Rassismus, Fat-Shaming und Grenzverletzung ertrage – aber wenigstens verstehe ich jetzt mehr, wobei ich eigentlich weggucke, und wie viel Realität ich mir damit wegdenken und diskursivieren kann.

Vom Versuch, nicht zu existieren.

Heute hatte ich wieder sowas gemacht. So etwas gemacht, was ich nicht mehr machen will. Ich habe versucht, nicht zu existieren. Ich habe versucht so wenig Umstände zu machen, als würde es mich nicht geben. Ich will keine Umstände machen. Ein Satz, den ich zumindest häufig sage. Keine Umstände machen wollen, niemanden beanspruchen, keiner_m zur Last fallen, unkompliziert sein, eine Bereicherung, keine Anstrengung sein wollen. Die Angst davor, Raum einzunehmen. Bis hin zum Versuch, zu verschwinden, unsichtbar zu sein, nein noch besser: Nicht zu existieren. Weiterlesen

Über Männerfantasien. Vergewaltigungsmythen in Bildern.

Aktuell wird viel über die Veränderung des Strafrechts im Bezug auf sexualisierte Gewalt debattiert. Gut. Es wird sicherlich Zeit, das Deutsche sich mal mit dem Gedanken auseinandersetzen, das ein Nein ein Nein ist. Klingt ziemlich simpel, scheint in diesem Land jedoch ein großes Problem zu sein, grundlegende Rechte anzuerkennen. Doch eine Auseinandersetzung mit dem Strafrecht reicht nicht, so lange unsere gesellschaftlichen Bilder über Vergewaltigung Männerfantasien entspringen. Männerfantasien haben in unserer Gesellschaft die seltsame Eigenschaft, zu Objektivität zu werden. Immer wieder wird diese mit allen Mitteln herrgestellt, Realität geschaffen. Nicht nur Sprache schafft Wirklichkeit, sondern auch Bilder.
Die Bilder, die es im Internet gibt, sind auch die Bilder in unseren Köpfen. Sie kommen harmlos daher, sind scheinbar nur dazu da, einen Text ansprechender zu gestalten. Dabei sind die gesellschaftlichen Vorstellungen, von dem, was sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung bedeutet, tief verankert. Weiterlesen

psychiatrieerfahrungen. vernetzung. links.

Hiermit möchte ich auf zwei relativ neue Blogs aufmerksam machen, zu Antipsychiatrie und Psychiatrieerfahrung. Wenn ihr selbst dazu schreibt, besonders aus einer (queer-)feministischen Perspektive, dann gebt mir Bescheid und ich verlinke euch gerne. Ich bin sehr an antipsychiatrischem Austausch interessiert. Ich erneuere gerne diesen Beitrag und auch meine Blogroll. Hier die beiden Blogs auf die ich in den letzten zwei Monaten gestoßen bin:

Auf My Owl House gibt es Erfahrungen aus der (Kinder- und Jugend-) Psychiatrie

Auf NoPsyko gibt es Kosmonautus` Erkundung des Planeten Psychiatrie

Und noch mehr Lesestoff:

Hier habe ich zu meinen Psychiatrieerfahrungen geschrieben, hier finden sich Texte allgemein zu Psychiatrie- und Pathologisierungskritik

Hier gibt es einen Text zu Psychiatrie und Anderssein auf Ein Blog von Vielen