Schlagwort-Archiv: ver-rückt

hintergrundgeräusch

es klingelt der wecker. es ist früh am morgen. ich stehe auf, gehe ins bad. duschen, deo wählen. ich greife nach den sorgfältig am abend zurechtgelegten kleidungsstücken. eine stumpfhose,eine sportshorts, unterwäsche und ein Hemd. weiß mit streifen. langärmlig. ein schwarzes top drüber. elegant-lässig.ich knöpfe die ärmel zu,ziehe sie runter bis zum handgelenk. es passt genau. Weiterlesen

Über ge-störtes Essen, Vereinnahmung und das innere Schlachtfeld

Ein Text über ge-störtes Essen. An dem ich schon lange schreibe. Dieser Text versucht einen Spagat zwischen einer radikalen Kritik an Diagnostik/Störungszuschreibung und gleichzeitig einer radikalen Akzeptanz der Situation wie sie ist und was das bedeutet. Zwischen Fat-Positiv und Essenshass. Ein Versuch. Weil meine Gefühle und Positionen so zerrissen sind. Aus guten Gründen. Und diesen Kampf findet ihr hier auch wieder. Mir fehlt leider viel alternatives Vokabular. Ich schreibe Ess-störungen, weil die Störung nicht in der Person liegt, sondern von außen stattfindet. Ich verstehe Begrifflichkeiten in ihrer Selbstzuordnung, nicht darin, wie irgendwelche Kataloge zuordnen, da die Grenzen doch sehr fließend sind – niemand kann das von außen definieren. Mir jedoch hilft der Begriff „ess-gestört“ zur Zeit noch, um vieles fassen zu können. Dieser Text ist aus der Perspektive einer dicken Frau die mehr als die Hälfte ihres Lebens mit dem Essen und gegen_für sich kämpft. Manche Sätze können wehtun weil da viel Schmerz drin ist. Selbstverletzung_zerstörung. Persönliches und so. Ich rege mich über Vereinnahmungen auf. Und schreibe über Vergleiche, Kämpfe, Verletzungen und die Verzweifelte Suche nach der Anerkennung des eigenen Schmerzes. Weiterlesen

Für mehr Politisierung von (psychischen) Krisen. (Repro-)Selbstfürsorge ist leider nicht emanzipatorisch.

Heute ein wenig Kritik beim Steinmädchen: Feminismus aus Notwendigkeit, der Backlashblues der Mädchenmannschaft, Reproselbstfürsorge- und Burnoutskritik – und zum Schluss ein wenig Flussmetaphorik. Ich experimentiere wie immer mit Gedanken rum. Auf grobe und auch feine Denkfehler gerne aufmerksam machen. 😉

Feministin aus Notwendigkeit

Ich bin nicht Feministin, weil ich keine anderen Hobbies habe. Ich bin nicht Feministin, weil ich da gesellschaftlich sonderlich viel Ansehen habe. Auch nicht, weil mir keine anderen politischen Betätigungsfelder einfallen. Ich bin Feministin aus Notwendigkeit. Oft würde ich auch gerne was anderes machen. Das Leben leichter nehmen. Nicht überall Sexismus sehen. Weiterlesen

Pathologisieren? NOT! Ein Paradestück in 5 Akten.

Worte zur Begrüßung.
Eigentlich bin ich bei Kommentaren relativ erbarmungslos. Das ist der Vorteil dieses Internets: Ich kann blöde Menschen einfach blocken und ihren Schmarn löschen. (Gut, manchmal würde einfach mal zutreten mehr Spaß machen, aber ich nehme was ich kriegen kann.) Aber diesen Kommentar von Lothar möchte ich euch nicht vorenthalten, gerade weil der erste Satz schon reicht. Er zeigt einfach beispielhaft, was an der Pathologisierung von Frauen problematisch ist und führt genau vor, wie das funktioniert. Außerdem macht er genau das, was ich befürchtet hatte: Das Menschen mich in diesem Internet künftig über eine Diagnose definieren, die ich selbst kritisiere. Weiterlesen

Gewitterkind

Sie sitzt da, die Leinwand auf den Knien und lauscht dem Unwetter.
Draußen zucken helle Blitze über den ganzen Himmel, erleuchten die Bäume, deren schwarze Gestalt hin und her wankt.
Sie versucht die Schönheit, die Faszination des Gewitters mit ihren Farben einzufangen. Blauabstufungen, Schwarztöne, helle Streifen.
Sie malt und malt, doch die Welt lässt sich nicht packen, die Farben sind nicht intensiv genug, die Farben passen nicht.
Sie können den Sturm nicht wiedergeben.
Auch nicht den in ihrem Kopf.
Sie greift nach einer roten Tube und drückt sie zusammn. Aggressiv verteilt sie die Farbe, schlägt auf die Leinwand ein, bis das Rot den Gewitterhimmel bedeckt.
Und dann springt sie auf, rennt hinaus in den Regen.
Sie schreit.
Sie schreit laut und wild, schlägt das Bild in die Erde.
Und während sie mit geballten Fäusten dasteht und weint verläuft die Farbe, und das nasse Gras färbt sich rot.

Zitate aus „Maya mein Mädchen“

(Ein Buch von Gyde Callesen)

„Wie ein abgebrochener Schlüssel. Ich kann mich nicht mehr finden und nicht auf die Suche machen nach mir. Das sind die zerfetzten Teile ohne Zusammenhang.Zum Zaungast geworden im Zirkus des eigenen Lebens. Das Programm ist bunt und gefährlich.“

„Verrücktsein schmeckt nach Grapfruit. Bitter. Süß nur, wenn man Zucker darauf streut.“

„Der Sinn ist in der Wüste verdurstet auf dem Weg zur Oase“

Ein Buch das ich euch wärmstens empfehlen kann!!