Schlagwort-Archiv: Homophobie

Gedankenfetzen aus der Hölle

Ein paar Abendgedanken zu homophoben Auseinandersetzungen in der Verwandtschaft und dem Umgang damit.

Die Sache mit dieser sexuellen Orientierung. #idpet hat da bei mir auch ganz schön was durcheinander gewürfelt. Manchmal fällt es mir schwer, mit der Welt wie sie ist umzugehen, weil alles in mir da einfach nur mit einem großen Fragezeichen sitzt. Wo ich sonst es als eine Stärke von mir bezeichnen würde, mich in die unterschiedlichsten Denksystem einzufinden, gelingt es mir gerade bei (religiöser) Homophobie nicht. Weiterlesen

Nichtsprechen

Manchmal ist da dieser Wunsch. Der Wunsch, nichts gesagt zu haben. Der Wunsch, sexistisch-homofeindliche Kackscheiße nicht angesprochen zu haben. Vor ein paar Tagen stand ich da, starrte Personen an und dachte: Wenn ich nichts gesagt hätte, könnte ich dann jetzt freundlich grüßen, hallo sagen und Small Talk führen? Wenn ich nichts gesagt hätte, wüsste ich dann, wie sehr kackscheißig diese Personen sind? Weiterlesen

„Homosexualität ist vor allem eine Beziehungsstörung.“

Mir wurde ein bisschen schlecht als ich die Broschüre der Freien evangelischen Gemeinde zum Thema Homosexualität öffnete. Sieht genauso aus wie die zum Thema „sexuellem Missbrauch“. Und das war unterirdisch. Dazu aber ein anderes Mal etwas. Warum lese ich sowas? Weiterlesen

gegen die Natur – und dann auch noch aggressiv

Das was jetzt kommt ist nicht neu, nicht kreativ, nicht besonders verarbeitet, es ist einfach nur wieder mal beschissener Alltag. Auch in den Seifenblasen.
In einem Raum wo ich mich austauschen will, wo ich über Verletzungen reden möchte, Support suche – da trifft es mich jedesmal wieder wie ein harter Schlag vor die Brust und alles zieht sich zusammen wenn Personen so krassen homofeindlichen Scheiß von sich geben. Natürlich sind sie ach so tolerant.
Aber es lässt sich ja auch gerne nochmal und nochmal darauf hinweisen, dass EIGENTLICH ja nur Mann und Frau zusammengehören. Von der Natur so gewollt. Selbstverständlich würde das nicht heißen, dass man das nicht akzeptiert. Aber es ist eben widernatürlich. Und deswegen sollten sich die Homos nicht so laut verhalten und ihre Lebenseinstellung so weit verbreiten…
Ich brauch eigentlich nicht zitieren. Und auch keinen Blogtext drüber schreiben. Alles schon so oft gesagt, so oft zitiert, so oft analysiert und auseinandergenommen.
Gerade werde ich müde davon. Ich will das nicht.
Und vor allem will ich das nicht in Räumen, die für mich einen sicheren Ort da stellen sollen, ob nun online oder in physischen Räumen. Wenn ich über Seelenwunden reden möchte, dann suche ich mir einen Ort dafür, wo andere vielleicht ähnliche Narben haben. Damit ich mir nicht so vereinzelt vorkomme. Weniger ohnmächtig.
Wenn ich das tue und dann stehe ich plötzlich vor einer Wand von Gewalt und kriege den Eindruck vermittelt, die hysterische Irre zu sein, die nicht friedliche Diskussionen führen kann, zu empfindsam ist, zu aggressiv. Dann weiß ich einfach nicht wohin und nicht wie reagieren wenn die andere Person so viel Macht und Ansehen hat und ich die kranke, widernatürliche Verrückte bin.
Das macht mich wieder ohnmächtig. Und ich wollte doch nicht mehr ohnmächtig sein.
Ein Blogtext über alltäglichen Hass. Wie gesagt. Schon hundertmal gehört. Und trotzdem tut jeder einzelner Schlag wieder weh. Und einen Umgang hab ich immer noch nicht. Kackscheiße die Tausendste.
Ich hab so kein Bock mehr.