Triggerwarnungen und Worte splashen – und wer schließt wann eigentlich wen aus und ein?

Warum noch ein Text zu Triggerwarnungen
Ich dachte erst: Sicherlich schon total durchgekaut das Thema. Dann habe ich recherchiert und nichts gefunden, dass mich überzeugt hat. Gleich vorweg: Ich bin kein Fan von Triggerwarnungen und erst Recht nicht von Splashen (Die Vokale bei bestimmten Worten durch Sternchen ersetzen). Aber die Texte gegen Triggerwarnungen waren so unterirdisch – in diese Linie möchte ich mich nicht stellen.
Aktuell wird das Thema in der ak aufgegriffen mit dem Text: „N-Wort, Sl*ts und Triggerwarnung – die neuen linken Sprachpraktiken schaffen vor allem eines: neue Ausschlüsse“. So ganz wird es mir nicht deutlich worum es in diesem Text eigentlich gehen soll. Sexismus wird mit Rassismus verwechselt und Ausschluss mit Diskriminierung gleichgesetzt. Es wird ein Geheimbund von Eingeweihten herbeifantasiert – woher auch immer. Ganz viel dreht sich um Ausschluss – dabei geht es doch gar nicht darum.
Triggerwarnungen oder splashen sind keine ausschließende Sprachpraxis. Ja, es ist ungewohnt wenn Vokale fehlen – aber die werden nicht zum Verständnis benötigt. Es mag irritieren. Irritation ist aber gut, weil sie zum nachdenken anregt. Die Normalität durchbricht. Ich liebe Irritationen. Auch wenn es manchmal keinen Spaß macht und nicht leicht ist. Muss es aber auch nicht sein. Warum ich es trotzdem nicht gut finde, steht weiter unten.

Feministische Blogs lesen ist nicht viel anders als Selbsthilfeforen, und daher kenne ich das splashen auch. Habe mich auch erst gefreut, diese Awareness, also den Blick dafür, dass es viele viele Betroffenen gibt mit den verschiedensten Gewalterfahrungen und Hintergründen, dass versucht wird, das mitzudenken. In den Foren selbst fand ich dieses ganze Triggergewarne und Gesplashe irgendwie absurd. Da werden dann vielleicht Sachen wie Blut gesplashed sind und gleichzeitig Menschen ungehindert Vergewaltigungsmythen verbreiten können… Nix mit safe Space. Den gibt es nicht.

Rönicke schrieb im Mai beim freitag auch einen Text zu dem Thema. Das Thema: Ausschluss. Offiziell aber ein Text gegen Triggerwarnungen. Und leider echt unterirdisch. So gar nicht meine Kritik. Irgendwelche Kosntruktionen von konfusen wir und ihr Gruppen… Äh. Ne. Ich habe mich nie angegangen gefühlt weil ich keine Triggerwarnungen schreibe. Und das ist ja auch mein Punkt: Ich werde und will mein Schreiben nicht einschränken, gerade wenn ich über schwierige Themen schreibe. Und hatte nie den Eindruck, dass das nicht respektiert werden würde. Sätze wie : „nach innen „flauschen“, nach außen beißen“ sind irgendwie auch ziemlich am Thema vorbei. Feminismus ist nicht nett. Muss auch nicht sein. Mal ganz schön am Thema vorbei. „Es gibt auch reale Traumata und psychische Erkrankungen“ – na also danke. Wer sollte das denn definieren? Ganz schön dreist… Und wer sagt, dass diejenigen, die sich dazu positionieren, nicht betroffen sind von beispielsweise psychischen „Erkrankungen“? (Ich meine mal ehrlich, wer ist das nicht bei diesen desolaten Gesellschaftzuständen?!)
Das Problem mit Triggerwarnungen ist auch kein „inflationärer Gebrauch“. Im Gegenteil, wenn ich das ernst nehme, mir das wichtig ist mit den Warnungen, dann bitte eben auch nicht selektiv, nicht nach einem System wie „oh das war jetzt aber wirklich schrecklich“ so wie Rönicke das vorschlägt. Ist mir zu moralisch. (Kritisiert sie das nicht eigentlich? Who knows…)

Splashen und Triggerwarnung sind auch nochmal sehr verschieden. Triggerwarnungen bin ich kein Fan von, aber ich kanns ohne Probleme akzeptieren, wenn Menschen das für sich so wollen. (Nehme ich dann nicht für mich an, aber damit müssen alle gegenseitig klarkommen.) Splashen finde ich problematisch. Ich musste da in letzter Zeit absurderweise an Harry Potter denken und „Du-weißt-schon-wen“. Und an die Gespräche darüber. Dass das Vermeiden von bestimmten Wörtern die Angst vor dem, was da hintersteckt, oft nur potenziert. Ein zerstückeltes Wort ohne Vokale bremst meinen Ausdruck. Und schafft Bedrohungsszenarien. Mag ich nicht. Also nun erstmal ein Abschnitt zum Nicht-Ausschreiben von Worten.

Worte vermeiden, Splashen und die Suche nach der „richtigen“ Sprache
Ein bisschen erinnert mich dieses Splashen an die Behauptung (gern auch von Feministinnen), dass durch benennen von Positionen und Sachverhalten diese erst reproduziert werden. Entweder da hat eine queer-theory nicht richtig verstanden, oder diese Theorie hat da tatsächlich einen großen Haken. Mir aber auch recht egal. (Strukturelle) Gewaltverhältnisse zu benennen finde ich wichtig, um diese aus der Unsichtbarkeit zu holen. Denn nur zu erkennen, dass alles konstruiert ist, hilft leider nicht gegen real-erlebbare Ungleichheiten weiter.
Wenn eine Vergewaltigung als Vergewaltigung benannt wird, ist das wichtig. Und deswegen müssen nicht alle Worte die mit Sex zu tun haben, gesplashed werden. Weil das reproduziert doch nun wirklich, dass sexuelle Gewalt etwas mit Sexualität zu tun habe. Klar hat das Auswirkungen. Aber wenn ich jetzt immer S*x*sm*s schreibe, weil da das Wort Sex drin vorkommt, ist das ein bisschen am Thema vorbei. Vor ein paar Tagen kam mir in ein ein wichtiger Gedanke unter:
„oder dass Trigger vermieden werden sollen indem Vokale aus den entsprechenden Worten rausgenommen werden (srsly, ihr verarscht mich damit oder? Ich kann es immer noch erkennen!) das ist verletzend und beleidigend. Es zeigt mir, dass ihr mich nicht ernst nehmt. Nicht mein Leid und nicht meine Person, die Tatsache, dass ich trotz allem eine starke Frau bin, ein erwachsener Mensch, der immer noch die lebensnotwendige Fähigkeit hat, Dinge zu ertragen, zu überwinden und daran zu wachsen. Ich bin nicht meine Vergewaltigung!“
Ich fand das sehr wichtig. Trifft vieles auf den Punkt.
Es ist meiner Ansicht nach auch etwas ganz anderes, ob ich das N-Wort ausschreibe oder Vergewaltigung, weil das in diesem ak-Artikel einfach so durcheinandergewürfelt wird. Vergewaltigung ist eine Bezeichnung für eine Tat. Das N-Wort ist schon als Wort selbst rassistisch und somit gewalttätig. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Text selbst (durch seine Sprache) Gewalt ausübt oder reproduziert, oder ob Gewalt beschrieben wird. Die Sprache ist nicht das Problem wenn über sexualisierte Gewalt gesprochen wird. Jede Sprache ist gut, die ermöglicht, überhaupt darüber zu sprechen. Rassistische Wörter zu verwenden, auch in Anführungszeichen, kann gewaltvolle Vokabeln reproduzieren – wo die Gewalt dann in der Sprache direkt steckt. Außerdem ist dieses Wort nicht notwendig, um zu beschreiben, welche Gewalt passiert.
Ich habe ein großes Problem damit, Menschen einer Sprache zu berauben, die sie vielleicht nutzen könnten, um sich auszudrücken. Es ist oft schwer Worte zu finden. Gerade für Unterdrückungsverhältnisse. Gerade für Gewalterfahrungen. Wenn manche Menschen keine andere Sprache finden, als auf die Haut zu schreiben, dann soll es mir doch nur recht sein, wenn Menschen Wissenschaftssprache, Widerstandsvokabular oder Szene-jargon verwenden. Oder ohne Rechtschreibung und Grammatik schreiben. Ist mir schnuppe. Natürlich nur, solange diese Sprache nicht selbst gewaltvoll ist. Wichtig ist doch das Sprechen überhaupt. Wenn ich was nicht verstehe, nutze ich google. Oder wenn ich nicht weiter komme, hilft ja auch #followerinnenpower bei Twitter. Da muss dann keine_r antworten, aber meistens finden sich doch ein zwei Erklärbärinnen, die gerade Nerv drauf haben weiterzuhelfen. Zum Beispiel mit coolen Links. Klar gibt es auch Sprachpraxen die ich scheiße finde. Name-Dropping zum Beispiel – mega ätzend und meist auch ziemlich patriarchal. Aber das ist dann auch keine eigene Sprache, kein Ausdruck sondern Inszenierung. Begegnet mir bei den feministischen Blogs die ich kenne eher selten. Nebenbei, ich versteh eh nicht alle Debatten. Die aktuelle zum Thema Klassismus (oder/und Sprache) schon gar nicht. Ich versuche so viel wie möglich zu lesen samt Kommentaren. Ich habe in allen Texten was dazu gelernt. Aber ich versteh zum Beispiel nicht, warum es dort nur um Sprache geht, wo es doch nur ein Teil von Ausschluss ist. Überhaupt ist mir inzwischen echt nicht mehr deutlich, wer wann eigentlich wen ausschließt. Und woraus. Ausschluss funktioniert doch in der Regel durch Gruppen. Ich sehe hier vor allem ziemlich viele Einzelpersonen. (*Edit siehe unten)
Aber manche kommen dann auch wirklich auf absurde Gedanken. In dem ak-Artikel steht: „Dass die Fülle an neuen Wortkonstrukten keinen politischen Nutzen hat, dürfte den akademischen VertreterInnen von Critical Whiteness bewusst sein.“ Das stehe ich anders. Was soll an neuen Wortkonstruktionen falsch sein? Wenn alte Worte problematisch sind, ist es doch gut neue Worte zu finden. Mehr Worte!

Das Problem mit Triggerwarnungen
Was ist ein Trigger? Und wer schreibt fest was Triggern kann? Ein Text der Gewalt beschreibt? Für wen ist der Triggernd? Und ist er triggernd, oder löst er „nur“ unangenehme Gefühle aus? Natürlich ist es nicht angenehm über Gewalt zu lesen. Aber es musst nicht triggern. Triggern bedeutet Flashbacks auslösen. Und das kann durch alles passieren.
Betroffene (von was auch immer) sind in der Regel Personen, die schon viel ausgehalten und überstanden haben. Für mich hat die Triggerwarnung etwas bevormundendes, im Sinne von: Das kannst du nicht aushalten. Triggerwarnungen schreiben mir vor, wovon ich mich getriggert zu fühlen habe – und dann eben auch wovon nicht. Triggerwarnungen sagen mir: Bei dem Begriff x, da wäre es normal wenn du darauf reagierst. Tun Betroffene von x ebenso. Das stört mich. Oder eine Beschreibung von bestimmter Gewalt wirft dich garantiert wieder in diese Situation zurück. Das schafft fast eine Erwartungshaltung.
Alles kann triggern! Jedes Wort, jeder Geruch, jedes Geräusch, jede Farbe… Davor gibt es keinen Schutz. Nur Support und Räume, wenn tatsächlich etwas ausgelöst wird. Das ist ganz wichtig sich das zu merken. Alles kann triggern. Es gibt keine Schutz.
Und was triggert „offiziell“? Beschreibungen von: Sexuelle Gewalt? Sexismus? Rassismus? Antisemitismus? Klassismus? Sprache? Ausschluss? Familie? Beziehungen? Liebe? Nähe? Vertrauen?
Paula schrieb vor einigen Monaten auch einen Text über Triggerwarnungen, als Reaktion auf den Text von Rönicke. Eine Kritik bei Paulas Text war, dass die Debatte von Nicht-Betroffenen geführt wird. Nun, nicht-betroffen wovon? Wen „darf“ (oder muss?) wann was triggern? Lauter offene Fragen.

Rönicke hingegen behauptet wir würden im echten Leben auch einfach drauf losplappern und sollen uns nicht selbst zensieren – was totaler Blödsinn ist, ohne Denken einfach zu konfrontieren ist im Offline-Bereich genauso überfordernd. Aber das heißt noch lange nicht, dass es sinnvoll ist, immer eine Warnung vorweg zu schieben. Das ist nicht das Gleich wie darüber nachzudenken, was ich eigentlich sage. Awareness bleibt wichtig!
Ich schreibe z.B. oft Vortexte oder sehr aussagekräftige Titel. Das heißt, eine Person kann selbst entscheiden, ob sie das Thema gerade verträgt. Jede Person ist selbst dafür verantwortlich, für sich zu sorgen in diesem Kontext – soll heißen ich mache deutlich worum es bei mir geht und gebe damit genug Informationen. Aber ich werde dieses Denken nicht abnehmen. Und ich glaube wer einen Text mit der Überschrift „Es geht um Vergewaltigung“ liest, braucht keine Warnung, dass es um sexualisierte Gewalt geht.

Was mir wichtig ist
Wie zwischendurch schon geschrieben, ich finde total wichtig, dass es diese awareness gibt, dass bestimmte Debatten manche Menschen auch persönlich betreffen. In der Regel auch ziemlich viele, in welcher Form auch immer. Also ein Gefühl dafür zu bekommen finde ich wichtig. Bevormundung finde ich doof. Und ich finde Triggerwarnungen da sehr grenzwertig. Ich finde jetzt keine blöd, wenn sie die verwenden möchte. Aber ich zweifel die Progressivität an. Sonderlich Radikal ist das eben auch nicht, radikal wäre für mich Gesellschaft konfrontieren mit knallharten Benennungen.
Ich finde aussagekräftige Überschriften gut. Vielleicht auch ein Satz zum Inhalt, ich mache das ja auch ab und zu. Zum draufeinstellen. Für alle. Aber ohne vorgeschrieben zu kriegen, dass daran was triggern könnte. Was dann schließlich vor jedem Text stehen müsste. Also keine Warnung wie vor etwas Gefährlichem, denn viele Texte sind nicht das Problem, sondern die Verhältnisse, die dahinter stehen. Und die sollten dann auch das Handlungsziel sein.
Mir ist es nicht leicht gefallen, diesen Text zu schreiben, weil ich weiß, dass vielen das wichtig ist und weil die Kritik an Triggerwarnungen auch mit komischen Argumenten kommt. Aber das jede die Sprache verwenden darf, die für sie richtig ist, ist mir einfach wichtig. Egal ob mit viel Fachvokabular oder nicht. Ich mag die Sterne nicht in einem Text, sie sind nicht dort zum irritieren, wie zum Beispiel n Gender_gap. Aber ich bin auch keine Journalistin sondern Literatin. Ich spiele mit Worten, Buchstaben, Abständen. Künstlerisch und politisch. Und das gerne.

*Zum edit: Arg, ich muss endlich mal aus meiner „Ich-bin-so-nett und will niemanden vor den Kopfstoßen“-Rolle raus.Den Text und die Kommentare bei takeoverbeta haut da genau hin – konstruiert ein ausgeschlossen-werden und schließt dadurch selbst aus. Und zwar als Gruppe in dem Fall eine Einzelperson. Direkt und persönlich. Nicht in Ordnung. Wortsprache ist eben nicht das Einzige, was ausschließend sein kann, sondern immer eben nur ein Medium – sowohl auf diskriminierender als auch zwischenmenschlicher Ebene. Wichtig.

22 Gedanken zu „Triggerwarnungen und Worte splashen – und wer schließt wann eigentlich wen aus und ein?

  1. Anonymous

    Ich kenne Selbshilfeforen zum Thema Missbrauch im Netz schon lange, also noch aus der Anfangszeit. Da war es so, dass Betroffene zum ersten Mal die Möglichkeit hatten, mit Gleichgesinnten über die Erfahrungen austauschen konnten. Damals gab es nicht so viele Foren, die einzelnen Gruppen waren relativ klein und homogen, und er herrschaft Konsens, welche Worte nicht gut taten. Die Wenigen, die zu der Mehrheit nicht gehörten (ich fand schon damals V*rg*w*lt*g*ng viel triggernder als Vergewaltigung, vor allem auch beim Schreiben) mussten mit der Mehrheit arrangieren.

    Das war auch kein „linker“ Sprachgebrauch sondern vor allem Rücksichtsnahme aüf Betroffene mit multiplen Identitätsstörungen (da konnte die Frontpersonen im Netz schreiben und austauschen, ohne die Innenkinder zu gefährden).

    Nun schreiben aber viel mehr Betroffene im Netz als früher, sie sind auch in unterschiedlichen Aufarbeitungsphasen (es gab bei mir auch Zeiten, wo ich das Wort „Überlebende“ total gut fand, inzwischen finde ich das Wort für mich nicht mehr passend), die haben unterschieldiche Gewaltforem erlebt und haben unterschiedliche Trigger.

    Früher durfte man in solchen Foren bestimmte Themen gar nicht ansprechen, da man miteinander achtsam umgehen sollte (was prinzipiell gut ist). Aber Betroffene in fortgeschrittender Aufarbeitungsphase haben gemerkt, dass sie mehr brauchten, inbesondere wenn sie nicht mehr nut unter Betroffenen bleiben wollten, sondern das Thema in die große Welt transportieren wollte und dafür aber noch einen Schutzraum zum Üben brauchten.

    Wenn „Triggerwarnung“ steht, dann ist das für mich ein Zeichen, dass die Seite für Betroffene in der ersten Aufarbeitungszeit zuviel sein kann. Die „Triggerwarnung“ zeigt aber auch, dass der Schreiber auf diese Empfindlichkeit der frischen Betroffenen keine Rücksicht nnimmt. Das ist quasi eine Seite für „Fortgeschrittene“. Also zeigt die „Triggerwarnung“ für mich insbesondere „ich schreibe wie ich will, und Du Leser entscheidest bitte für Dich, ob Du das Dir antun willst, was ich schreibe. Ich übernehme für Dich und Dein Befinden keine Verantwortung, Du bist für Dich selbst verantwortlich“.

    Das ist mehr oder weniger wie ein Disclaimer im Impressum, nur seelisch.

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  2. Anonymous

    hallo steinmädchen,
    bin durch zufall hier gelandet. danke für diesen artikel. gibt mir sehr viel zum nachdenken. ich mache auch sternchen und triggerwarnungen. ich beziehe mich hierbei ausschließlich auf das posten in foren für betroffene sexuaisierter gewalt. ich mache es, um frauen* zu warnen bei berichten über sexualisierte gewalt. ja ich bestimme damit, was gelesen werden darf und was nicht ausgesprochen werden darf, was damit unsichtbarer wird und weiterhin einen komischen tabuisierten beigeschmack behalten darf. ich entnormalisiere etwas was leider leider in dieser gesellschaft zur alltäglichen machtscheiße gehört und daher auch benannt werden sollte. ich tue es um irgendeinen umgang in der praxis zu finden, leute nicht in flashbacks zu werfen, irgendwie ein kleines bisschen einen raum zu ermöglichen, wenn auch vielleicht nur für mich selbst. das finde ich an dieser stelle sehr sinnvoll. problematisch wird es dann, wenn in jeglichen kontexten angefangen wird, triggerwarnungen und sternchen zu setzen. denn wenn ich mich in dieser gesellschaft bewege wird es wohl oder übel so sein, dass mich jede sekunde irgendetwas triggern kann. das muss mir klar sein, bevor ich meinen schutzraum verlasse, wenn ich denn einen habe. ich möchte das in keinsterweise relativieren à la ‚da muss eine dann halt durch‘, aber ich muss mir einen weg suchen in dieser gesellschaft atmen zu können. und dann zu bestimmen, dass bestimmte worte sternchen bekommen und böse sind, verzerrt die verhältnisse und setzt assoziationen eine tabuiseirung reproduzieren. kind of mixed up mein text. was ich sagen will: an manchen stellen find ich triggerwarnungen und sternchen gut.
    grinsekatze

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  3. Bäumchen

    Hey
    guter Text. Zur takeover.beta-Sache: Ich nehme an, du meinst den Text ,,Antwort an Nadine Lantzsch“? Wenn ich mich irre, sag es mir bitte. du meinst, wir (oder die Autorin) betreiben ausschluss gegenüber Nadine? Könntest du genauer sagen, was dich stört?

    Kopfstöße sind ok.
    lg

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    1. Steinmädchen

      Ja, den meinte ich. Dachte das sprengt den Text, wenn ich das genauer ausführe. Aber weglassen wollte ich es auch nicht, weil in dieser ganzen Ausschlussdebatte wird da meiner Ansicht nach oft die eigene Wirkungs/Meinungsmacht gar nicht gesehen. Und mir begegnet diese Debatte offline gerade auch und ich musste mich sehr mit mir selbst auseinandersetzen, warum ich mich wann von wem ausgeschlossen fühle – und was daran mein Part ist. Vielleicht schreibe ich zu dieser Auseinandersetzung auch nochmal was extra.
      Und warum Ausschluss eben nicht immer schlecht ist. (edit 2 fällt mir auf^^) Ausschluss ist dann gut, wenns einen politischen Hintergrund hat. Männer zum Beispiel. Oder rassistische Feministinnen. Auch aus Parteilichkeitsgründen kann das auch Sinn ergeben.

      [Edit: Entfernt, wegen völlig ab vom Thema Triggerwarnungen]

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    2. Steinmädchen

      Für mich ergibt das alles wenig Sinn, dieses vorwerfen von beleidigungen durch eigene Beleidigungen. Was kritisiert wird, wird selbst reproduziert. Und personalisiert. Was ich nie gut finde. Das hat dann nichts mit das Private ist politische zu tun. Die Inhalte leiden darunter. (Was nicht heißt, dass Wut nicht ihren Platz haben soll. Aber ich würde dass dann gerne so kenntlich gemacht haben. Und nicht als Klassismusdebatte deklarieren, wenn es eigentlich vor allem um Sprache geht.)
      Wenn eine Gruppe von Menschen sich darauf einschießt, wie klassistisch Nadine doch sei wegen ihrer Sprache, produziert das für mich betrachtet Ausschluss (meine Perspektive von meiner Position aus, als nicht involviert, natürlich kann ich nicht einschätzen, wie das für die direkt Betroffenen ist). Und ich finde Ausschluss sollte eigentlich auch gar nicht das Thema sein sondern mehr die Frage nach Solidarität. Und den Post und die Kritik finde ich unsolidarisch.

      Du siehst, einige fertige, einige unfertige Gedanken. Ich hoffe das beantwortet deine Frage ein bisschen.
      Feministische Nachtgrüße vom Steinmädchen

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    1. Steinmädchen

      Ich glaub in dem Fall dachte ich mir, will ich es übersetzen, damit allen klar ist worum es geht. Aber das widerspricht sich eigentlich mit meiner Argumentation es nicht ausschreiben zu wollen.
      Danke für den Hinweis, änder ich.

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    1. Janne

      Ääääh… ich glaub, ich sag auch mal was dazu, wo hier ja schon mein Name gefallen ist. Erst zu der Klassismusdebatte, dann zu Steinmädchens eigentlichem Text 😉

      Ich habe weder mit den Meinungsverschiedenheiten von Nadine und Kiturak, noch mit denen von TOB und der Mädchenmannschaft (die ich im übrigen Beide sehr sehr gerne lese) zu tun.
      Allerdings ist mir als klassistisch diskriminierter Person der Text von Nadine, wie in meinem Kommentar zu Samias Text bereits erwähnt, aus diversen Gründen auf den Magen geschlagen.
      Fakt ist: gerade Klassismus ist ein Thema, das von vielen Falsch verstanden wird/zu wenig Aufmerksamkeit bekommt/ mit anderen Diskriminierungsformen in einen Topf geworfen wird (auch gerade weil die meisten von Klassismus betroffenen Menschen mehrfachdiskriminiert werden)/ als „nichtig“ gesehen wird (siehe die „streng doch mal an, dann geht das schon“-Argumente. Deswegen ist es wichtig darüber aufzuklären, wo die Probleme liegen, dass bestimmte Sachen einfach angenommen werden, obwohl die Leute eben nicht diese Möglichkeiten haben (meinetwegen dass die Universitäten annehmen, dass alle einen Internetanschluss haben. Natürlich gibt es vielleicht auch Unirechner aber 1. sind die vielleicht dauernd besetzt und 2. kann es sein, dass Leute außerhalb wohnen und ihren letzten Zug verpassen, wenn sie nach dem letzten Seminar noch mal kurz gucken, ob denn da jetzt noch ne Mail gekommen ist oder nicht. Nur so als Beispiel, kein Bezug zum Text).
      Gerade diese Aufmerksamkeit zu schaffen ist wichtig und ja: dazu gehört auch Sprache. Und gerade Sprache. Ich zum beispiel beteilige mich gerne an Diskussionen, online wie offline, wenn aber über die Hälfte der Teilnehmenden dauernd Worte verwendet, die ich nicht verstehe, gehe ich irgendwann, weil mir das zu doof wird, alle zwei Sekunden zu fragen „häh, was meinste denn damit?“ Wer in der Situation war, weiß wie kacke das ist, allein schon weil zwischendurch dann auch so Kommentare kommen wie „Das weißt du nich? ich denke, du hast dein Abi gemacht“ und so ne Scheiße.
      Und ich gebe Bäumchen recht, dass es wichtig ist, bescheid zu sagen, wenn etwas falsch läuft. Dass der Ton vielleicht daneben war, ist eine Sache, aber wenn es sowieso da persönliche Streitigkeiten gibt, kann das auch irgendwo gerechtfertigt sein. Wie gesagt. Ich stelle mich weder auf die eine noch auf die andere Seite, sondern auf meine eigene und meine eigene heißt in diesem Fall, dass Nadine da am Ziel vorbeigeschossen ist und Dinge behauptet, die meiner Erfahrung nach einfach nicht stimmen (was davon jetzt kiturak betrifft und was nicht – keine Ahnung. ist mir aber auch irgendwo egal).

      So. und jetzt zu deinem eigentlichen Text 😀
      Das mit dem Splashing geht mir genauso. Dieses „Harry-Potter-Du-weißt-schon-wer-Feeling“ hab ich auch immer dabei und ich bin auch dafür, Worte wie „Vergewaltigung“ auszuschreiben, um auch einfach diese Wut, die das Wort bei mir hochkochen lässt, nicht zu unterdrücken. Wir brauchen Namen für die Dinge, die uns wiederfahren sind. Worte, die wir Leuten ins Gesicht knallen können, wenn sie nicht verstehen, was die Probleme sind. Ein hingenuscheltes „vrgwltgng“ klingt nach schwach und hilfebedürftig und wir sind weder das eine noch das andere.
      Triggerwarnungen hingegen sehe ich so wie die_er eine Anon: mehr eine Warnung als eine Bevormundung. Mehr ein: Überleg dir, ob du das ab kannst. Das und das könnte triggern, muss aber nicht. Wenn es dir zuviel wird, hör auf.

      So. Äh. ja. Ich glaube, mehr habe ich gerade nicht dazu zu sagen. Aber im großen und ganzen ist das hier ein toller und wichtiger Text!

      Antworten
    2. Steinmädchen

      [Edit: Diesen Teil lasse ich stehen auch als Begründung warum ich gelöscht habe.]

      Und zu den Konflikten: Ich halte es auch nicht immer für richtig, persönlich Menschen zu benennen. Manchmal lösen bestimmte Personen etwas aus, aber wenn es um eine strukturelle, grundsätzlichere Kritik geht, finde ich das völlig in Ordnung zu verallgemeinern.
      Ich möchte nochmal die Frage stellen, wer wann wenn eigentlich woraus ausschließt. Diese Debatte ist zum Beispiel auch völlig ausschließend für Menschen, die nicht die Ressourcen haben sich da einzuarbeiten.

      Antworten
    3. Anonymous

      Hallo Steinmädchen,

      habe vor Kurzem dein Geschreibsel entdeckt. Du bist mir so sympathisch.

      Zur Kommentardiskussion:
      Solche Fights wie der zum Thema Klassismus halten mich erfolgreich davon ab, mich in die Szene zu wagen (Veranstaltungen besuchen, Blogs kommentieren) – ich hab eh ein Problem mit Gruppen. Ich finde Klassismus total wichtig zu thematisieren, es müssen sich m.E. auch nicht alle ständig über’n Kopf wuscheln, aber die Art und Weise, wie das ausgetragen wird, vergrault mich.
      Denn mir gibt Feminismus als Grundidee z.Z. sehr viel. Ich fühle mich wie aus der Matrix aufgewacht und nehme meine Umgebung=die Struktur, in der ich lebe(n muss) ganz anders wahr. Ich würde gern mehr wissen, mehr lernen, mitdiskutieren, Leute treffen, was TUN, verdammt.
      Einerseits.
      Andererseits: persönliches Hickhack, tendierend zu Mobbing (darunter verstehe ich: systematischer Ausschluss einer Person durch mehrere andere Personen! Nicht andersrum…) und ein ganzer Wust von Verhaltenskodexen à la: Dein Posting gehört gesmasht, weil du dies und jenes Wort geschrieben hast – das macht mir Angst.
      Es ist so schade, ich habe schon an allen Fronten so gute Gedanken gelesen.

      Zum eigentlichen Topic:
      Triggerwarnungen finde ich erstmal eine sinnige Idee, ich wende sie teils inzwischen selbst in Mails an, wenn ich weiß, dass die adressierte Person von einem Thema betroffen ist.
      Wenn sie ständig und überall und für alles gebraucht werden, finde ich das allerdings problematisch. Entpowernd, gewissermaßen.
      Und mit Splashing (aha, so also der Begriff dafür) kann ich rein gar nichts anfangen.
      Wenn da steht: s*lbstv*rl*tz*ng, sieht das geradezu noch aggressiver aus als die ausgeschriebene Version. Und lässt mich genauso unweigerlich an Messer und Zigaretten denken, da können noch so viele Vokale „gesplasht“ werden. Ich meine, come on…

      Danke für diesen Post, für eine andere Perspektive, weg von: es „gehört sich so, Punkt“ hin zu „hey, evtl. ist das keine Rücksichtnahme auf, sondern schon eine Bevormundung von Betroffenen, denk mal drüber nach“.

      Bitte lass uns weiter an deinen Gedanken teilhaben, ohne Blatt vor dem Mund.
      (Und auch an Gedichten!)

      Viele spätabendliche Grüße,
      a light sneeze

      Antworten
    4. Steinmädchen

      Danke für diesen lieben Kommentar! <3
      Vielleicht findest du ja noch den Raum, dich näher ran zu trauen. Ich jedenfalls ziehe auch viel aus diesen Debatten, merke mehr wo ich was okay finde und wo ich einfach denke: Ne, so nicht.
      Ohne gleich Personen zu verabscheuen, sondern einfach zu sagen: Ich finde ein Verhalten scheiße. Leider wird viel personalisiert, dabei geht es – mir jedenfalls – oft nur um bestimmte Verhaltensweisen / Aussagen.
      Die Verhaltenskodexe sind nicht leicht. Gerade lohnt es sich dennoch für mich, besonders wenn dann so tolle Rückmeldungen kommen! =)

      radikal-feministische Grüße,
      dat Steinmädchen

      Antworten
    5. Anonymous

      [Edit: Entfernt, nicht mehr nachvollziehbar ohne kontext.]
      Dabei will ich doch eigentlich nur was zu Feminismus/Klassismus lernen. Stattdessen ellenlange Diskussionen, bei denen es im Grunde darum geht, wer sich bei wem wofür nicht entschuldigt hat.

      Und zum eigentlichen Thema: Splashen hebt für mich das Wort auch eher noch heraus und vermittelt mir so ein Gefühl von: Boah, das muss dich jetzt voll treffen.

      Antworten
    6. Steinmädchen

      Magst du noch genau sagen, worauf du dich mit dem Derailing beziehst? Ich glaube mir fallen da verschiedene Denkstränge ein.

      Ich finde gut, dass du auf Prozesshaftigkeit hinweist. Ich würde Dinge, die ich noch vor einem Jahr gesagt habe, auf keinen Fall mehr sagen. Rassistisch. Klassistisch. Ganz viel davon.

      Ja, das Private ist politisch, aber bei dieser Forderung ging es darum, „private“ Probleme eben nicht mehr allein zu diskutieren, sondern auf einer politischen Ebene, weil es alle was angeht – dabei ging es nicht darum, Probleme zu Personalisieren.
      (erinnert zu sehr an verkürzte Kapitalismuskritik…)

      Antworten
  4. Anonymous

    Hallo Steinmädchen,

    mit dem Derailing meinte ich, dass es in deinem Text hauptsächlich um Triggerwarnungen ging, sich die Kommentare aber fast nur um den Streit zwischen Nadine und Takeover Beta drehen, bei dem es um ausschließende Sprache geht. Natürlich hängt das auf gewisse Art zusammen, aber es ist halt nur EIN Aspekt.

    Deine Erklärung zu privat-politisch find ich gut auf den Punkt gebracht. Dem würd ich mich anschließen.

    Antworten
  5. Steinmädchen

    Danke fürs nochmal ausführen, stand etwas auf dem Schlauch. Bin da wohl auch zu sehr drauf eingegangen, weil die Plattform für die Auseinandersetzung gerade nicht gegeben war, aber es hat die Diskussion zu Triggerwarnungen schon sehr gesprengt.
    Vor allem weil das mal alles andere als ausdiskutiert ist. Geht wohl auch kaum. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass sie immer wieder auftauchen werden. Ab und zu mal drauf aufmerksam machen, dass das nicht die einzige Option ist und außerdem ein Betroffenheitsding aufmacht (Betroffene, fühlt euch getriggert). Wie nochmal an Hinweis: Mach dir bewusst, dass du betroffen bist. Und dann die Fürsorge: Schau, ich helf dir dabei.
    Ich finds nach wie vor nicht gut. Aber besser als wenn es keine Auseinandersetzung gäbe natürlich schon.

    Zum Privat-Politisch-Personalisieren könnte eine auch noch was schreiben. Wenn es nicht schon so viel zu schreiben gäbe.

    Antworten
  6. K.J.

    Es gibt Leute unter uns, deren Hirn das ‚Triggern‘ ganz von alleine macht. Ich werde nicht getriggert, weil jemand Triggerwarnung drauf schreibt und Wörter zerhäckselt (splasht). Das passiert bei manchen Themen in gewissen Darreichungsformen *immer*, egal ob ich drauf hingewiesen werde oder nicht.
    Wenn ich vorher weiß, was jetzt kommt, mache ich einen Bogen und schalte schnell beruhigende Fahrstuhlmusik ein, oder lasse einen illustrierenden Teil eines Textes aus. Oder ich kann beispielsweise schon drauf eingestellt sein, dass ich gegen meine automatisierten Gedanken und Verhaltensmuster arbeite und möglichst schnell wieder runterkomme.
    So ein bis zweimal pro Woche erspart mir Vorausplanen, in welchen Diskussionen ich mit wem teilnehme und welche Artikel/Blogs/Zeitungen ich wie und wann und wie viel davon lese, einiges an Lebensenergie.
    Warnungen sehe ich als nette Hilfsmittel. Sind sie nicht da, muss ich halt doppelt vorsichtig sein, und lese/diskutiere dann in gewissen Themenbereichen vorsichtshalber gar nicht erst mit.
    Ich sehe, dass die Barrieren, die mir damit abgebaut werden, vielleicht für andere wieder zu Barrieren werden (durch verringerte Lesbarkeit). Das ist ein Dilemma in dieser nichtlinearen Welt.

    Vielleicht ist „Trigger“ auch zu sehr zu einem Modewort geworden und bezeichnet inzwischen eine sehr große Bandbreite von negativen Gefühlen, und jene, für die ein Trigger das Ende der Diskussions-/Aufnahmefähigkeit bedeutet, verschwinden im Definitionswirrwarr.

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  7. catfish

    So – schöner Artikel – bis auf die Sidekicks an TOB.. aber dazu wurde ja schon etwas geschrieben.

    Zum Thema Triggerwarnung sexuelle Gewalt: ich gebe dir Recht: alles kann triggern, und nichts wird mit hundertprozentiger Sicherheit triggern. Manchmal triggert mich das V-wort, manchmal möchte ich es mit riesigsten Großbuchstaben in die Welt hinausschreien, manchmal reicht ein Anblick von einem Unterarm in der Nähe meines Gesichtsfeldes (egal ! ob männlich* oder weiblich*!), manchmal ist es schon ein Anblick einer bestimmten Gangart, manchmal die Art und Weise, wie jemand spricht, manchmal abhängig von Lautstärke, meistens nicht, manchmal ist’s eine bestimmte Art Musik, manchmal ein Vogel der auf den Bäumen zwitschert, manchmal das Geräusch des Straßenverkehrs, oder das Lachen eines Menschen, etcetc

    Und vielleicht geht es mir da wie vielen anderen Betroffenen auch: alles kann, nichts muss triggern. UND: Ich möchte, wenn ich mich in dem Moment danach fühle, es herausschreien dürfen, was mir passiert ist, laut oder eben MIT Vokalen in Großbuchstabenund hunderten von Ausrufezeichen und Pfeilen auf DAS Wort gerichtet, damit es ja keiner überliest und man wieder (!) derart übergangen wird und das Eigene nicht gehört wird/werden kann. Auf der anderen Seite denkt man natürlich auch an die Gefühle der anderen. Aber bitte: Ich, möchte selbst entscheiden dürfen WIE ich darüber rede, schreibe, wann und mit wem, wem ich das mitteile und wem nicht. Ich HASSE es, wenn man sich mit derselben Ansicht, nur ohne Outing, in eine Diskussion einmischt und man wird dann übergangen/ nicht akzeptiert, oder belächelt , nur weil man nicht dazu sagt, was einem widerfahren ist. Nur weil man an dem Tag keine Lust darauf hat, anders behandelt zu werden, weil man seine persönliche Geschichte erzählt, oder schlicht keine Lust darauf hat, diesen Fakt Teil der Diskussion werden zu lassen. Es wird in meinen Augen zu wenig berücksichtigt, dass eben viele Frauen* (und auch Männer*), das gar nicht in die Öffentlichkeit tragen MÖCHTEN. Wenn diese sich dann äußern, und es entspricht nicht dem gängigen“triggerwarnungs-weg“, steht man ziemlich allein da. Schon wieder. Obwohl man vielleicht (!) eine deutlichere Vorstellung davon hat, was das alles heißen kann, als jemand der keine sexuelle Gewalt in dem Ausmaß erlitten hat.

    Naja, alles in allem ein schwieriges Thema.
    Und ich stimme dir auch in dem Punkt zu, dass es bei Wörtern, die „-ismen“ reproduzieren, natürlich etwas anderes ist, als etwa beim „V-Wort“. Aber auch hier: wenn sich Betroffene dazu entscheiden, das auszusprechen, aus diesen oder jenen Gründen, ist es nicht an mir, darüber zu entscheiden, ob diese (betroffenen) Personen, „richtig“ oder „falsch“ handeln.

    Beste Grüße

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