Geschichten anders erzählen

Mir fehlt etwas gerade in diesen feministischen Zusammenhängen – besonders online. Es fehlt mir, dass wir gegenseitig wahrnehmen, was wir eh schon tun und was wir tun könnten. Es fehlt mir eine genauere Herausarbeitung davon, an welchen Stellen viele Feminist*innen sich (erfolgreich) wehren. Das sichtbarer gemacht wird, was das heißen kann, sich zu wehren. Dass gegenseitig mehr unterstützt wird, Strategien zu erproben, um sich immer öfter erfolgreich zu wehren zu können. Bei #aufschrei ging mir das auch oft durch den Kopf. Die Kontextlosigkeit und die Fokusierung auf so ein Opferdingens. Das kann ja total wichtig sein, um überhaupt erstmal benennen zu können, dass da was passiert, das es sich um Gewalt handelt, dass es nicht um „irgendwie übergriffiges Verhalten“ sondern um konkrete Situationen geht, die viele im Alltag erleben.

Aber was mir fehlt sind diese anderen Geschichten. Diese Geschichten, in denen wir uns erfolgreich wehren, und dass gar nicht so wahrnehmen können. Vielleicht weil es uns nicht genügt, weil die Welt nach einer Intervention nicht besser geworden ist, weil der Typ wirklich nicht verstehen will, warum er scheiße ist. Doch ich brauche diese Geschichten, diese Geschichten wo Situationen sich verändern, weil Feminist*innen sie aktiv verändern. Das gilt bei sexistischer Kackscheiße, das ist der Bezugrahmen, in dem sich mein Schreiben meistens bewegt. Aber es geht genauso um Rassismus, Homofeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Ableism und andere Formen von Diskriminierung. Ich bin nicht von Rassismus betroffen, doch Interventionen passieren nicht immer nur aus der betroffenen Position – sollten sie jedenfalls nicht. Wer eingreift, macht sich selbst zur Zielscheibe. Es gibt so viele Ängste davor, Situationen zu verändern. Mal hat es damit zu tun, die eigene Verantwortlichkeit (z.B. als weiße in einer weißen Mehrheitsgesellschaft) nicht sehen zu wollen, mal mehr mit Internalisierung (z.B. als Frau sich zu sagen: Der meint das nicht so). Und eh Missverständnisse aufkommen: Das ist nicht die Gleiche Situation. Ob ich eine Strategie nutze um klar zu kommen in der Welt oder ob ich fein meine Privilegien ausnutze ist ein Unterschied.

Es braucht viele viele Geschichten. Geschichten aus vielen verschiedenen Positionen, die Mut machen und Methoden zeigen, wie eine eingreifen und Situationen verändern kann.

Schwierig ist nur, wenn viele das oft gar nicht sehen, wenn sie etwas schaffen, gerade wenn eine selbst betroffen sind und das alles irgendwie so viel ist, dass alles so wenig scheint. Eine Beispielgeschichte zum sexistischen Alltag:

 

(Beschreibung)

Ich saß in der Ubahn. Aus tausend Gründen war ich total durch. Es war die U8 in Berlin, mit diesen langen Bänken an der Seite. An den Türen saßen sich zwei Typen gegenüber die laut rumnervten. Ich verdrehte die Augen und setze mich mit zwei Plätzen Abstand neben den einen. Nach einer Weile merkte ich, dass sie die ganze Zeit eine Frau „ansprachen“ die auf der anderen Seite der Tür saß. Die Frau guckte starr gerade aus. Ich kenne diesen Blick. Dieser: Ich ignoriere, dann passiert das vielleicht nicht wirklich Blick. Die Typen machten sexualisierte Kommentare und Gesten, beurteilten ihr Aussehen. Die genauen Kommentare konnte ich gar nicht mitschneiden, nur dass mich das sehr wütend machte und ich wollte, dass das aufhört. Da ich aber nicht aufnehmen konnte, was sie sagten, konnte ich auch nicht benennen was sie tun. Ich wollte nicht sagen: Hört auf die Frau zu belästigen. Denn ich wollte nicht Heldin spielen sondern ich fand das scheiße, ich wollte dass das aufhört, ich wollte dass sie aufhören.

(Intervention)

Also sagte ich mangels Benennung einfach nur: Halt einfach mal die Klappe. Ich habe das immer wieder wiederholt. Die beiden sind zu zweit verbal auf mich los. „Fick dich“ und „Wir haben nicht mit dir geredet“ und „Du bist hässlich“ „Mit dir will keiner ficken“. Sowas in dem Stil. Ich steckte mir irgendwann meine Musik wieder in die Ohren. Als die Frau ausstieg, hat der eine ihr nochmal hinterher gerufen: „Soll ich nicht mitkommen?“ Das brachte das Hilflosgefühl wieder zurück. Das geht alles so oft so schnell.

Zentral ist in dieser Geschichte Selbstkritik und Hilflosigkeit und viel Wut bei mir. Wut wo ich nicht wusste wohin damit. Fehlendes Benennen können was eigentlich passiert.

Auf Twitter habe ich oft erlebt, dass Frauen, die scheiß Situationen erleben und sich hilflos gefühlt haben, rückgemeldet wird, dass sie nicht das Problem sind. Der Täter ist das Problem. Ja. Ohne Frage. Eigentlich müsste der Typ /die Typen was anders machen, nicht ich. Eigentlich sollte ich mich nicht wehren müssen. Eigentlich sollte die Welt anders sein als sie ist.

Das Problem: Ist sie nicht.

Die Welt ist scheiße.

Das Patriarchat ist scheiße.

Es ist wichtig, zu verhindern, dass Opfermythen geschaffen werden, dass gesagt wird: hättest du dies und das mal anders gemacht/getragen/getrunken/getan/gelebt. Klar ist die Person verantwortlich, die Gewalt ausübt. Ohne wenn und aber.

Was aber nicht stimmt ist, dass Frauen nichts an diesen Situationen verändern können. Das ganze ist ein Machtspiel das auf einem strukturellen Ungleichgewicht basiert. Also heißt es, genau damit einen Umgang finden um sich selbst weniger ohnmächtig zu fühlen. Die Machtausübenden werden das nicht einfach von selbst einsehen, dass sie total scheiße sind. In der Regel werden sie das auch nicht verstehen, wenn eine sich stundenlang mit ihnen hinsetzt und erklärt wo das Problem ist. Viele sind da erstaunlich resitent gegen Argumente und Realität. In manchen gesellschaftlichen Positionierungen ist es aber auch nicht nötig, Realität zu sehen, da die eigene Welt doch total gemütlich ist und selten angezweifelt wird.

Es geht also nicht darum zu erklären, was jemand alles falsch macht. Es geht darum, Strategien zu finden, damit das aufhört.

Nach scheiß Situationen einfach so schlaue Tipps in den Raum zu werfen passiert mir auch gerne mal, ist aber wenig hilfreich. Mich regt das auf. Ich weiß z.B. auf Twitter nicht, welche Strategien die Betreffende kennt und welche Gründe es gab, dieses oder jenes nicht anzuwenden. Andere wissen das bei mir doch auch nicht. Also ist direkt nach einer Situation vielleicht nicht der schöne Moment zum Tipps geben. Aber ein gemeinsames Strategien besprechen finde ich wichtig. Einen größeres Pool an Werkzeugen zu haben. Mir persönlich hat Wendo viel geholfen um Strategien zu entwickeln. Ein <3 an meine Trainerinnen an dieser Stelle. Wendo hat mein Leben doch sehr verändert. Mehr Kraft geben. Mehr geholfen zu verstehen und mir selbst zu vertrauen als alle Therapien zusammen. Ganz viel davon ist auch in diesem Text, you know. Das war alles nicht leicht, und ich bin ganz schön oft hingefallen und habe sehr gekämpft. Aber ich spürte, dass es sich lohnen wird. Ich bemühe mich jeden Tag das erlernte zu trainieren.

Benennen, was die Person tut.

Sagen, was sie tun soll.

Stur wiederholen.

Das ist so die Faustformel in meinem Kopf, ich sage mir das immer wieder auf, ich ziehe das stur durch, ich versuche nicht kreativ zu sein, ich wiederhole und wiederhole immer wieder. Wie auch in der Beispielsituation. Ich konnte gar nicht benennen, was das eigentlich ist. Nur mit so allgemeinen Begriffen „Übergriffig“ oder „Belästigung“. Oder so feinen Codewörtern wie „sexualisierte Gesten“. Ich suchte nach Begriffen, die verständlich sind, einfach und direkt. Das Patriarchat versteht doch nicht gerne. Also wählte ich nur die Aufforderung: Halt die Klappe.

 

Jetzt geht es darum, eine zweigleisige Strategie zu fahren. Den einen Weg kann ich gut: Analysieren, was nicht so gut gelaufen ist. Ich konnte nicht benennen. (Das ist nun nicht mein persönliches Versagen, sondern Struktur, Gesellschaft, Kontexte und so, wenigstens das ist mir klar.) Das was ich wollte war auch reichlich diffus: Ich wollte „Dass das aufhört.“ Den nächsten Schritt auf diesem Weg gehe ich seltener, das wäre feststellen, was den Techniken wären. Diesmal habe ich das geschafft und mir überlegt, dass vielleicht ein Problem war, dass ich mich nicht getraut habe, mehr zu wollen und zu wenig klare Anweisungen gegeben habe, was ich will was sie tun sollen. Was mich zu Gleis zwei bringt:

Anerkennen, dass ich genau das bekommen habe, was ich als Wunsch formuliert habe. Sie haben aufgehört, die Frau zuzulabern. Sie haben ihre Aufmerksamkeit mir zugewandt, was mir in dem Moment lieber war, weil ich sie dazu gezwungen habe, sie auf mich reagierten, also die Situation eben nicht mehr kontrollierten. Sie warfen mir Dinge an den Kopf, ja, ich entschied mich Musik zu hören und nicht weiter zu kämpfen, aber, was mir erst eine Weile später auffiel: Sie unterhielten sich auch um viele Dezibel leiser. Die Typen schrien nicht mehr rum, sondern unterhielten sich in einer Lautstärke, die nicht so viel Raum eingenommen hat, trotz scheiß Inhalte.

Diese andere Betrachtung macht deutlich, dass ich tatsächlich richtig erfolgreich war mit meiner Intervention: Ich sagte sie sollen nicht so rumschreien. Sie hörten auf zu schreien. Ich wollte, dass sie diese Frau in Ruhe lassen. Sie ließen diese Frau weitesgehend in Ruhe. Ja, am Ende mussten sie nochmal ihre Macht demonstrieren. Aber sie wurden gestört in ihrem Spiel von Selbstverständlichkeiten.

Die Intervention anders erzählt:

Also sagte ich mangels Benennung einfach nur: Halt einfach mal die Klappe. Ich habe das immer wieder wiederholt. Die beiden mussten ihre Handlung unterbrechen. Dann sind zu zweit verbal auf mich los. „Fick dich“ und „Wir haben nicht mit dir geredet“ und „Du bist hässlich“ „Mit dir will keiner ficken“. Sowas in dem Stil. Ich entschied mich, dass ich mir das nicht anhören will, ich hatte schließlich erreicht was ich wollte. Ich steckte mir irgendwann meine Musik wieder in die Ohren.Die Typen redeten leiser, auch wenn sie weiter versuchten vergeblich ihre Macht zu demonstrieren. Als die Frau ausstieg, hat der eine ihr nochmal hinterher gerufen: „Soll ich nicht mitkommen?“ Das brachte das Hilflosgefühl wieder zurück. Das geht alles so oft so schnell. Dennoch war der Ruf nicht so laut und selbstverständlich wie vor dem Eingreifen. Sie warfen Blicke zu mir rüber. Die Typen versuchten verzweifelt, ihr Gesicht zu retten. (Erbärmliches Patriarchat.)

Es geht nicht darum, klein zu machen, wie eine sich fühlt in diesen Situationen. Es geht nicht darum, zu verharmlosen oder Schmerz nicht anzuerkennen. Es geht nicht darum, zu verdrehen, dass immer der/die Täter_in Schuld ist. Es geht nicht um schönreden. Aber es geht darum, die Teile der Geschichte zu erzählen, diese kleinen Details, die so oft unter den Tisch fallen, die so schnell übersehen werden. Das sie das tun ist ein Teil von rape culture.

Ich möchte mehr von diesen Geschichten der (kleinen) Erfolge. Ich möchte hören, wie ihr es schafft, scheiß Situationen zu verändern. Konntet ihr schon immer anerkennen dass ein Nein auch ein Nein war wenn es nicht verbal war? Was hat euch geholfen, damit ihr das anerkennen könnt? Könnt ihr sehen wann ihr euch wie gewehrt habt? Ich bin zum Beispiel total schlecht darin, das richtige Maß zu finden und setzte quasi oft zu wenig oder viel zu viel Kraft ein, inzwischen auch gerne mal zu viel Energie – weil ich nicht immer weiß, ob ich es schaffe, ein zweites Mal auszuholen und sicher gehen will, dass ich das nicht muss. Wie ist das bei euch? Wie tut ihr euch zusammen und wie schafft ihr Situationen allein? Holt ihr euch Unterstützung? Könnt ihr benennen? Wie übt ihr das? Habt ihr Räume in denen ihr das könnt? Was hilft euch dabei, benennen zu können? Welche Worte nutzt ihr?

Erzählt, erzählt so gerne so viel mehr wie ihr euch gegen Diskriminierungen und Gewalt zu Wehr setzt und was daran sich gut angefühlt hat. Diese Fragen sind auch nicht alle so rhetorisch, sondern auf viele hätte ich wirklich gerne mehr Antworten.

12 Gedanken zu „Geschichten anders erzählen

  1. Tina

    Das Einzige, was ich mir wirklich zutraue, ist der Bystander Approach, also das sich in die Nähe der belästigten Person stellen, und ihr signalisieren, dass ich auf ihrer Seite bin und den Belästigern zeigen, dass ich mitkriege, was passiert. Dabei muss ich als manchmal männlich gelesene und recht „schrankige“ Transfrau aufpassen, dass ich nicht selber als Teil eines Bedrohungsszenarios wahrgenommen werde.

    Dieses Vorgehen hat für mich den Vorteil, dass ich mich selber nicht arg in Gefahr bringe und normalerweise keine Eskalation herbeiführt, die von der belästigten Person möglicherweise auch nicht gewollt ist.

    Mindestens einmal hat es auch ganz gut funktioniert. Ich glaube, es ist insbesondere dann hilfreich wo die Belästigenden davon ausgehen, dass niemand so richtig mitkriegt, was sie gerade machen.

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    1. Steinmädchen Artikelautorin

      wusste gar nicht, dass sich das so nennt. finde das sehr wichtig, gerade das was du schreibst, mit dem: es geht darum mitzukriegen was passiert und gerade auch auf die täter zu gucken, sie zu beobachten. das ist ja schon viel mehr als das was so im alltag passiert. danke für den begriff!

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  2. Reinhild

    Haben Sie schon mal daran gedacht eine Fachperson mit Spezialisierung im Bereich der Angststörungen aufzusuchen?

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  3. die paulines

    Hallo, Steinmädchen,
    vorab: Ich mag Deinen Text sehr!
    Für mich/uns ist es wichtig, eine selbst-bewusste Haltung zu entwickeln- und damit meine ich nicht, immer und zu jeder Zeit wehrhaft sein zu „müssen“, sondern „sich seiner selbst bewusst sein“. Wahrnehmen, wo welche Ängste sind (und woher sie kommen), Grenzen erkennen, sich zugestehen, dass „weglaufen“, „schweigen“ oder „verdrängen“ für uns erlaubt sind, auch wenn wir uns andere Verhaltensweisen wünschen. Wir müssen nicht alles sofort können und dürfen uns Zeit lassen zum Umlernen, Ausprobieren, Fehler machen- und genauso dürfen wir Riesensprünge machen, wenn sie anstehen.
    Um zu trainieren, wie „laut werden“, „Hilfe holen“, „aussprechen/benennen“, „sich wahrnehmen“ gehen kann, haben wir auch einen WenDo-Kurs gemacht, der uns sehr gut getan hat, in Gemeinschaft mit anderen Frauen. Wichtig war für uns besonders, Klarheit zu üben: Zu sagen, welches konkrete Verhalten wir nicht wünschen. Also nicht „nur“ zu sagen, dass unser Gegenüber „sich verpissen“ oder „uns nicht zutexten“ soll, sondern auszudrücken, dass „ich nicht angestarrt werden möchte“, „Sie bitte mehr Abstand halten sollen“, usw. Das fiel und fällt uns echt schwer, weil es schambesetzt ist und sich verboten anfühlt. Außerdem benennen wir ja so die Situation als das, was es ist- nämlich eine Übergriffigkeit. Keine Chance mehr für die eigene Verdrängung oder Verharmlosung. Und das kollidiert mit der inneren „Überzeugung“, sowieso „ständig und immer“ nur zu übertreiben.
    Also, wie gesagt, es geht für uns vor allem um eine innere, klare, standfeste und sich selbst wertschätzende Haltung. Und das wünschen wir Dir auch sehr!
    Viele Grüße,
    Paula und Co

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  4. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Formen der Transphobie, ideologische Regenbögen, erfolgreiches Wehren – die Blogschau

  5. Karin

    Die belgische Organisation Garance, die feministische Selbstverteidigung und andere Arbeit im Bereich Primärprävention von Gewalt gegen Frauen* und Mädchen anbietet/macht, hat eine Sammlung von “Erfolgsgeschichten” online gestellt unter dem Titel “Echappées Belles”.

    Sie sind auf französisch, aber vielleicht trotzdem interessant als Inspiration, wie die Erfolgsgeschichten, die funktionierenden Strategien und Interventionen, sichtbar gemacht werden können:

    http://www.garance.be/cms/?-Echappees-Belles-

    Hier eine grobe Übersetzung des Einführungstexts:

    Selbstverteidigung ist alles, was unser Leben sicherer macht.

    In diesem Forum können Sie Ihre Erfolgserlebnisse in unangenehmen oder gar gefährlichen Situationen teilen. Sie finden geschriebene und erzählte Geschichten.

    Eine Verteidigungsstrategie ist nicht auf einige gut platzierte Karateschläge (oder Seito Boei, wenn wir gerade dabei sind) beschränkt.

    Die kleinen Tipps und Tricks, um Gewalt zu vermeiden; die richtigen Worte, die den Angreifer mundtot machen; die Flucht, wenn sie möglich ist; die Art und Weise, auf die wir Hilfe finden konnten; die Solidarität: Garance sammelt all diese kleinen Schätze, um sie zu teilen, so dass jede sich davon inspirieren lassen kann und um (wieder) Mut zu fassen: Frauen sind manchmal Opfer von Gewalt, aber sie sind nicht hilflos!

    schriftliche Zeugnisse
    Tonaufnahmen
    Ein Formular, über das Sie Ihre Geschichten schicken können

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    1. Steinmädchen Artikelautorin

      oh das klingt voll gut, genau so was meine ich. hab da auch glaube ich irgendwann schonmal von gehört. danke für den link!! ich versuche mal mein französisch ans laufen zu kriegen. 😉

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  6. Pingback: Mythen über Mythen. Was das Heimwegtelefon mit rape culture zu tun hat | Identitätskritik

  7. Kim Schicklang

    Ok, dann sage ich mal ein NEIN: Transsexuelle Frauen sind keine „biologischen Männer, die sich als Frau fühlen“. Transsexuelle Frauen sind Frauen. Es gibt genügend Pseudofeiministinnen, die meinen mit Unsichtbarkeits-Sternchen wie * transsexuelle (also mit männlichen Körpermerkmalen geborene) Frauen als gleichwertig und gleichberechtigt anzusehen. Der * rechtfertigt Unsichtabrmachung, Thesen wie die des sogenannten „Identitätsgeschlechts“ werden herangezogen, um zwischen angeblichen „biologischen“ und nur „gefühlten“ Geschlechtern unterscheiden zu können. Das ist die tägliche Gewalt die transsexuelle Frauen in unserer Geselslchaft erfahren dürfen. Ich sage dazu: NEIN. Ich bin. Ich bin nicht zu einer „Frau geworden“. Ich werde aber in einer Gesellschaft, die Frauen vorschreibt mit bestimmten Körpermerkmalen geboren worden zu sein um als Frau durchzugehen als „Mann mit Gender Dysphorie“ angesehen und wen juckt das? Anstatt sich solidarisch zu zeigen und mit zu helfen Vielfalt sichtabr zu machen muss ich mich damit abfinden, dass mich ein Teil derer, die sich als echtere Frauen begreifen als Auslassungszeichen verstehen. Wird diese Ausgrenzung thematisiert? Bisher nicht. Darum fordere ich so lange eine Auseinandersetzung ein, bis sich etwas ändert. FUCK SEXISM. FUCK GENITALISM.

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    1. Steinmädchen Artikelautorin

      bin gerade ein bisschen irritiert über den Zusammenhang zu dem Text? Ich setze selten Sternchen, und wenn, dann geht es darum,einen Raum zu bieten für Personen, die als Frauen gelesen werden, für sie selbst das aber nicht so stimmt, also eher in einem non-binary gedanken und nicht um zwischen Frauen zu unterscheiden. Auch um klar zu machen, wie viel eigentlich an diesem Wort „Frau“ zB an Erwartungen Rollenbilder Vorstellungen hängt und diese Kategorie daher als gemacht wahrnehmen – dabei geht es aber nicht darum, Frauen nach Genitalien zu unterscheiden. o_O In diesem Text habe ich kein Frauen* gesetzt und frage mich gerade, welchen Zusammenhang ich da gerade vielleicht übersehe.

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  8. Robin

    Hey,

    in dem Blogeintrag habe ich mich sehr oft wieder gefunden.
    Allerdings mit kleinen Unterschieden: Glücklicherweise fällt es mir schon seit langem nicht schwer mögliche Handlungsspielräume in blöden Situationen zu erkennen und auszunutzen. Ich habe schon oft Leuten gesagt, dass sie endlich mal die Schnauze halten sollen oder ihnen eben auf die Schnauze gegeben; und das, obwohl ich weiblich sozialisiert wurde und mir bewusst ist, dass ich auch meistens so wahrgenommen werde. Sowas geht mir irgendwie leichter von der Hand, als den meisten Menschen – vor allem FLT* – in meinem Umfeld. Lange Zeit fiel es mir nicht mal auf. Was dann bleibt, ist nur das unschöne Gefühl, dass es eine blöde Situation gab. Erst, wenn ich mit Leuten darüber rede – oder mir zumindest vorstelle, dass ich’s tu‘ – wird mir klar, dass es eigentlich ziemlich gerockt hat, dass ich mein Maul aufgerissen habe und im Nachhinein fühle ich mich doch nicht mehr so hilflos, wie es der Fall gewesen wäre, wenn ich es nicht bemerkt hätte.
    Ebenfalls ein toller Effekt ist, dass, je mehr Freund*innen und ich uns über Diskriminierungserfahrungen o.a. und unsere Umgangsweisen damit austauschen, desto mehr trauen wir uns früher oder später (fast?) ALLE im Fall der Fälle zu und desto eher erkennen wir jeweils viel eher schon IN späteren Situationen, was wir eigentlich alles für Möglichkeiten haben und erreichen können oder sogar schon erreicht haben. So zumindest mein Eindruck. Ich erinnere mich gerade an so einige auf jeden Fall für mich und meiner Wahrnehmung nach auch für andere empower-trächtige Unterhaltungen an verschiedenen Orten mit verschiedenen Leuten.

    Es wäre schön, wenn noch mehr Netzwerke diese Kultur anlegen und pflegen würden. Ich überlege schon seit geraumer Zeit einen Blog zu starten. WENN ich mich für den Start entscheiden sollte, bin ich mir sicher, dass dieses Thema einer der Schwerpunkte sein wird. Wenn nicht auf diesem Wege, dann wird das Thema woanders weitere von mir bewusste Verbreitung finden. Da bin ich mir sicher.
    Ich bin sehr froh über diese Anregung – danke dafür! 🙂

    Alles Liebe,
    Robin

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