“Judenflashmob”

Eigentlich gehe ich ja gar nicht gerne auf Demos. Karrikatur einer Opposition, ein bisschen Winken und somit das Spiel, gegen es eigentlich gehen soll, nur weiter reproduzieren.
Und es gibt die herrlichsten Variationen:
So der Art: Mit Nazis gegen Islamisten oder mit religiösen Fundamentalisten gegen Islamismus oder mit reaktionären Antiimperialisten gegen Nazis – gibt ne Menge herrlicher Kombinationen.
Am Sonntag in Duisburg stand die Allianz (unter anderem) mit Islamisten gegenPro NRW und NPD. Wichtige Sache.
Aber wie wahre ich auf einer Demo die Dialektik und versuche differenzierte politische Aussagen zu treffen, um mich von denen Leuten auf “meiner Seite” anzugrenzen, mit denen ich nicht auf einer Seite sein will?
Das hier war das Ergebnis von studenlangem Kopfzerbrechen:

Dieses Plakat hat Reaktionen hervorgerufen. Der Art: “Kannst du das auch theoretisch Begründen?”

Noch besser:
Ein Typ kam auf mich zu und meinte: “Wir wollen einen Judenflashmob machen.” Ich dachte mir, das ist jetzt ein verdammt schlechter Witz. “Ja wir haben Schlafanzüge mit Streifen und Sternen da dran vorbereitet. Macht ihr mit?” Ich fragte ihn, ob das ein Scherz sei, die anderen erkundigten sich nach der Aussage einer solchen Aktion.
Keine Antwort.
Ich dachte: okay, echt beschissener Witz.

Aber – es war kein Witz.
Voilà:

(Adreas Probst: RP )

Nebst völlig absurder Polizeirepression hatte ich echt das Gefühl im Umfeld von Roter Antifa und haufenweisen Palitüchern mit meinem Plakat sehr viele wütende Blicke zu erhalten.
Schätze ich habe wohl Befindlichkeiten verletzt. Da weise ich doch glatt darauf hin, dass das tolle Wort “Solidarität” irgendwie nicht so unproblematisch ist. Und dann trete ich auch noch der ganzen Antiimpfraktion und Islamisten auf die Füße.
Ist wirklich nicht nett von mir.

Beruhigend fand ich dann die Parolen am Bahnhof, kurz bevor die entsprechenden Personen sich Polizeiknüppeln gegenüber sahen: “Kannibalismus gehört zu unseren Riten – esst mehr Antisemiten.”

Guten Appetit.
Und nicht auf den Magen schlagen lassen.

Edit: Autsch. Kein cooler Spruch. Dachte ich lass das mal hier, dass ich kapiert habe, dass die Parole scheiße ist. Denken anschalten und so. Ich lern noch.

Ein Gedanke zu „“Judenflashmob”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.