Runde 3, the last one. Warum ich nicht mehr zu Selbstfürsorge(kritik) bloggen werde

Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile nicht mehr mit Selbstfürsorge(kritik), doch auf meinen letzten Text vom Oktober 2013  gab es in den letzten Wochen drei mir bekannte Bezüge. Das ist schön, weil ich mag wenn meine Texte Reibungsfläche bieten und freue mich, dass dieser Text doch länger in manchen Köpfen blieb. Ich danke! Ich dachte heute: vielleicht schreibe ich auch nochmal einen letzten Text zum Thema. Ich orientiere mich auch bei diesem Text nicht wirklich an den aktuellen, sondern mehr an einem Eindruck. Da ich in letzter Zeit viel lieber mit Haraway[LINK) spiele, soll sie mich auch hier begleiten, mit den drei Begriffen: Verortung, Verantwortung, Handlungsfähigkeit.

Verortung: (Ein)geständnisse und Veränderungen

An mich wurde öfters herangetragen, dass ich deutlicher machen sollte, was meine Perspektive ist. Das stimmt. Ich schreibe aus einer weiß-beschränkten Situierung heraus und das wird nicht immer deutlich. Ich schreibe aus genau einer Perspektive, nämlich meiner, und ja, ich adressiere in meiner Kritik vornehmlich weiße Feminist_innen, was ich klarer hätte benennen sollen, ich dachte es versteht sich von selbst, dass ich nicht in der Position bin, Personen zu kritisieren, die mit einer Situation umgehen müssen, die durch mich und meine Privilegien mitverursacht wird.

In vielen anderen Bereichen verändert sich meine Situierung. Ich befinde mich nicht mehr permanent in Krisen, meine letzte Psychiatrieerfahrung ist ein Weilchen her, ich habe mir mit viel Hilfe von tollen Frauen ein ganz tolles Umfeld mit eben diesen aufgebaut, das mich trägt. Ich klammere mich nicht mehr wie eine Ertrinkende an jeden Strohhalm sozialer Zugehörigkeiten. Ich habe Vorstellungen von mir und meinem Leben und der Welt in der ich mich bewege. Ich habe Ziele und weiß wohin ich treten möchte. Das heißt nicht, dass es mir immer gut geht. Manchmal scheitere ich schon an der Nahrungsaufnahme, aus psychiatrisch-psychologisch-ernährungsbewusster Sicht bleibe ich dort wohl eine Katastrophe. Mir fällt es oft schwer zu sprechen, sichtbar meine „starke“ Rolle zu verlassen und mich verletzbar zu machen. Ich mag nicht permanent mit offener Haut rumlaufen, und heute bin ich in der glücklichen Situation, dass ich mir das manchmal einfach aussuchen kann. Aber meine Verortung besteht nicht aus Punkten, nicht aus den Momenten in denen ich gerade bin, sondern es sind Linien, die sich permanent verändern, eine Geschichte haben. Vieles lässt sich nicht ablegen.

Ich bin müde von der Diskussion. Mir ist es egal wer jetzt gerne baden geht zum Wohlfühlen oder lieber putzt. Für mich kreist diese Diskussion um sich selbst, der ewige Bezug des eigenen Ichs. Es ist schon absurd, auf der einen Seite wird das Selbst abgesprochen und für irrelevant erklärt, auf der anderen Seite kreist sich diese kapitalistische Gesellschaft permanent ums eigene Ich. Je nach Lebenserfahrung und Zeitpunkt kann die Erkenntnis des eigenen Selbst und Selbstfürsorge für sich radikal sein, doch ist sie das nicht per se. Ich bin es Leid, immer „ganz“ werden zu sollen, ich bin es Leid, mit Leiden zu konkurrieren um besser gehört zu werden und dann weiter zu kreisen. Ich mag dieses ewig in (Selbst)reflexion um sich selbst zentrierte Ich, dass versucht bloß nichts falsch zu machen und gleichzeitig irgendwann ein komplettes „Ich“ werden soll – anstatt die Verantwortung zu übernehmen und zu gucken, wie ich am Besten Handlungsfähig werde und bleibe.

 

Verantwortung: Ein schmaler Grad

Das ist gar nicht so leicht mit der Verantwortung. Ich weiß, ich schreibe oft davon, gebrauche das als Aufforderung. „Übernimm endlich Verantwortung für dich selbst!“ kann ein fieser Satz sein, kann vereinzelnt wirken, passt auch in neoliberale (Selbst)optimierung. Es ist gemein, Selbstbestimmung zu fordern in einer Welt, in der so viel fremdbestimmt ist. Doch für viele ist es das nicht nur, immer gibt es auch Privilegien und persönliche Geschichten, die uns Wege ermöglichen. Verantwortung übernehmen heißt zu prüfen, wo ich verortet bin, wo ich mich gerade befinde – und dann nicht wegzulaufen. Verantwortung heißt für mich einerseits einen Umgang mit Privilegien zu finden ohne sie zu vereinen oder aus einem Affekt heraus ablegen zu wollen um sich bloß moralisch nicht in einer verwerflichen Position zu befinden. Andererseits heißt Verantwortung für mich auch, mich nicht permanent als Opfer vom Patriarchat, irgendwelcher psychiatrischer Diagnosen oder was auch immer zu begreifen sondern zu erkennen. Außerdem heißt Verantwortung für mich auch nicht son‘ Ding, was ich alleine für mich im Zimmer mache, sondern ist eine solidarische Praxis, ein miteinander. Nicht füreinander sorgen, sondern miteinander Sorgen tragen.

Ja, meine Texte sind aus der Perspektive meines weißen Arschs geschrieben der es oft nicht so leicht hatte in diesem verstörenden Leben. Aber der muss nicht ständig gepudert werden. „Hör auf zu jammern“ hilft wohl wenig in Krisensituationen. Wir sollten einander zuhören, darüber sprechen was uns beschäftigt und quält. Aber wir sollten dann auch sagen, was das ist, was da los ist, statt sich zu verstecken hinter „Krisen“, „Depressionen“ und anderen groß klingenden Worten, die bei uns allen möglichst Assoziationen von Leid und dem Bedürfnis nach Unterstützung hervorrufen sollen. Wie wäre es damit, genau das zu sagen? Wo wird Gewalt explizit benannt, wo steht sie offen im Raum ohne hinter Triggerwarnungen versteckt zu werden, wo werden Probleme konkreter benannt als nur in abstrakten Verhältnissen? (Hier und hier wird genau das getan, womit ich viel anfangen konnte)

Ich finde das selbst oft schwer, nur zu gern beantworte ich Fragen, Aussagen, Schwierigkeiten mit: „Scheiß Patriarchat“. Und dabei spreche ich wieder von weißen Feministinnen. Mich irritiert es, wenn weiße Feminstinnen mir kommunizieren: Siehst du, die Schwarzen Frauen sind mehrfachdiskriminiert und die sprechen auch von Selbstfürsorge! Und wieder einmal wird dasselbe Audre Lorde Zitat herangezogen um die eigenen Aussagen zu stützen.

Für mich ist die Schwarze Kritik und radikale Praxis der Selbstfürsorge und auch Selbstliebe nicht einfach übertragbar auf einen weiß-deutschen Raum. Es riecht zu sehr nach Aneignung. Es reicht nicht, ein schönes passendes Zitat rauszusuchen und den restlichen Teil der Praxis rauszulassen. In diesem Text von Rose Arellano  spricht diese sich für Selbstliebe und Selbstfürsorge aus, als absolute Notwendigkeit im Kontext von internalisiertem Rassismus und der Gewöhnung an (sexualisierte) Gewalt. Dieser Text macht für mich wie einige andere (z.B. von bell hooks über (Selbst)Liebe) wirklich noch mal deutlich, wie unterschiedlich Texte verortet sind  – und was ich darin zu suchen habe, nämlich als Teil eines rassistischen Systems. Was aus einer Situierung heraus radikal sein kann, kann aus einer anderen mehr Reproduktion als Herrschaftskritik sein.  Daher ist es umso wichtiger, Verantwortung für sich zu übernehmen und zu prüfen, wann ich nur um mich kreise und statt Puder vielleicht auch mal mit einem Arschtritt umgehen kann.

Handlungsfähigkeit: Steine im Getriebe, Solidarität und weg mit der Moral

Mein Aktivismusbezugspunkt ist nicht meine feministische Bubble, sondern geht darüber hinaus, richtet sich gegen Strukturen und hat immer den Fokus, Bewegungsräume für diejenigen zu vergrößern, deren Räume eingeschränkt werden. Manchmal heißt das auch, eigene selbstverständliche Bewegungen zu hinterfragen, manchmal bedeutet das darum zu kämpfen, dass diese nicht verkleinert werden. Es ist um mich herum selten nett und flauschig, manchmal ist es aber auch genau das. Oft ist es eher laut und sarkastisch, manchmal bitter, traurig, wütend. Was eben so ansteht. Das ist mal schön, mal anstrengend, mal nervig, mal absolut umwerfend. Das ist nicht Aktivismus bis die Batterie leer ist, sondern der Versuch, nicht immer um sich selbst zu kreisen, immer mehr zu verlangen. Kompromisslos zu sein und einen Aktivismus zu finden, den ich nicht in 10 Jahren zugunsten eines bürgerlichen Lebens aufgebe, weil das doch alles irgendwie zu anstrengend ist.

Nicht dass ich in meinem Umfeld nicht über verschiedenste Krisen und auch Alltagsumgänge mit einer selbst sprechen, doch meistens dreht es sich um konkrete Situationen und Praxen. Vielleicht bin ich einfach skeptisch geworden gegenüber diesen übergeordneten Begriffen. Meine Fragen kreisen nicht mehr um Selbstfürsorge, sondern um meinen Alltag als Feministin, wie ich mit anderen umgehe oder wie ich möglichst wirksam etwas ins Getriebe werfen kann, lieber noch allerdings Steine als Sand. Und ich frage mich: Wie steht es mit Solidarität statt (Selbst) Fürsorge? Wie steht es mit Gewalt ohne Angst benennen dürfen – ohne Triggerwarnungspolitik, ohne das entsetzte Erstarren „wie schrecklich“. Oft wird diffus von „Übergriffen“ gesprochen, Andeutungen gemacht oder ganz geschwiegen. Ein vorsichtiger Umgang miteinander. Keine_r will gerne was sagen, was a) entweder nicht geglaubt wird oder b) alle vor Entsetzen vom Stuhl fallen. Die konkreten Worte fehlen, so wird auch das Wort Vergewaltigung umgangen, der Raum zum aussprechen ist selten gegeben und das gesellschaftliche Schweigegebot und Relativierungen bleiben ungebrochen. Wie steht es damit, über Normalitäten sprechen zu dürfen ohne so zu tun als wären viele Erfahrungen nicht genau das gewesen: Normalität.

Uns gegenseitig ernstnehmen heißt auch uns was zuzutrauen, nicht nur die Verletzungen zu sehen sondern auch unsere Stärken. Stärke. Das böse Wort. Plopp, da kommt die Abwehr. Normativer Zwang mit dieser Stärke, Kapitalismus! Ja, eine bestimmte Stärke entspricht dem, eine kalte Vereinzelung, doch gewiss entspricht die Bildung von autonomen Frauenbanden jetzt nicht gerade dem, was für den Kapitalismus zu den bevorzugten Aktivitäten gehört.

Es nervt mich, wenn Stärke mit Nichtverletztheit gleichgesetzt wird. Stärke heißt dass ich sprechen kann, mich sichtbar mache, mir Raum nehme wo ich vorher zusammengezuckt bin. Schwäche und Stärke sind keine festen Naturgesetze, die Bedeutung wandelt sich. Und ich möchte nicht um den Begriff der Schwäche kreisen, nur damit andere den Begriff der Stärke kriegen. Ich würde da gerne mitspielen, in diesem Spiel um Deutungshoheit.

Für manche ist ein radikaler Akt, für sich selbst zu sorgen, mit Internalisierungen durch Selbstliebe zu brechen. Für manche ist es ein radikaler Akt die Kontrolle, diese so hoch gepriesene, zu verlieren. Für manche ist es der Horror und Drogeneinfluss Sex zu haben, weil Gewalterfahrung immer wieder wiederholt werden, wie bei Arellanos Text deutlich wird, für manche ist es die einzige Möglichkeit, für einen Augenblick die Kontrolle loszulassen und selbstbestimmte Sexualität zu haben. Dieses Beispiel führe ich gerade deshalb an, weil ich klar machen will, wie unterschiedlich Umgangstrategien mit Kackscheiße sind (und sein müssen). Zum Teufel mit moralischen Regeln wie das wann gehen darf! Ich bin es nebenbei echt leid, dass meine Texte als ein „du darfst das nicht“ oder „du sollst so und so“ gelesen werden, als eine moralische Anleitung zum Leben statt als Strukturkritiken und vielleicht ein paar kleine mehr Denkanregungen auf dem Markt der Möglichkeiten.

In alledem heißt es jede Menge Widersprüche aushalten. Aushalten, dass es keinen (moralisch) richtigen Weg gibt, aushalten, dass manche Menschen wirklich gerne Yoga machen, aushalten, dass manche Menschen Meditiation wirklich grausam finden. Mein Ziel ist kein ungeteiltes Selbst, denn ich (über)lebe nur in Widersprüchen. Und weil aber ich die Umlaufbahn wirklich mal verlassen möchte, höre ich an dieser Stelle damit auf, über Selbstfürsorge(kritik) zu bloggen.

 

Das sind die Texte, die seit Oktober meinen Text angepingt haben:

Selbstfürsorge? Gedankensalat | Glasglocke

Selbstfürsorge – I did it my way! | Anarchistelfliege

Mutterschaft, Feminismus und Erschöpfung | umstandslos.

Keine Lust auf Yoga • Denkwerkstatt

Selfcarekritik und Praxis | Anarchistelfliege

5 Gedanken zu „Runde 3, the last one. Warum ich nicht mehr zu Selbstfürsorge(kritik) bloggen werde

  1. distelfliege

    Danke für diesen Text.
    Ist eigentlich schade, dass das von dir das Letzte zum Thema ist, weil das auch der Text von dir zu dem Thema Selbstfürsorge ist, mit dem ich am meisten anfangen konnte.

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  2. Pingback: 1 Abwehrreaktion.. | Anarchistelfliege

  3. Steinmädchen Artikelautorin

    Da in dem letzten Text von dir Distel, und auf Twitter einiges angesprochen wurde, sage ich hier mal ein paar Sätze dazu:
    Erstens, es tut mir Leid, dass du jetzt die volle Röhre abbekommen hast, aber dein Text war einfach nur einer in einer langen Reihe mit genau diesem Zitat und ich habe mich schon oft über die nichteinbettung geärgert.
    Zweitens, dass es sich „von selbst versteht“ dass sich die Kritik an weiße Personen richtet war eine scheiß Formulierung, ich habe sie gestrichen, das war überheblich und nicht nachgedacht. Punkt.
    Drittens, falls das nicht deutlich wurde, meine Kritik richtet sich speziell an mitweißeprivilegienärsche, das heißt nicht, dass meine Texte plötzlich nicht mehr von allen Personen die sich darin wiederfinden gelesen werden sollen o_O.
    Viertens, ja, ich habe das beim letzten Mal zu unklar benannt und mich auch zu wenig mit der Erfahrung von Rassismus im Kontext von selfcare auseinandergesetzt.
    Fünftens: „whitenesskritikinstrumentalisierung“. ich glaube wenn eine kritik explizit zu äußern instrumentalisierung ist dann komme ich nicht mit.

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    1. distelfliege

      >Erstens, es tut mir Leid, dass du jetzt die volle Röhre abbekommen hast, aber dein Text war einfach nur einer in einer langen Reihe mit genau diesem Zitat und ich habe mich schon oft über die nichteinbettung geärgert.

      Zu erstens: ich habe das Zitat eingebettet und ich habe es in einem Kontext verwendet, wo deine Kritik einfach nicht drauf zutrifft, und damit unterstellst du mir eine Aneignung, wo keine war – ach was sag ich. Ich habe es doch eh schon ausgeschrieben.

      >Zweitens, dass es sich “von selbst versteht” dass sich die Kritik an weiße Personen richtet war eine scheiß Formulierung, ich habe sie gestrichen, das war überheblich und nicht nachgedacht. Punkt.

      Danke.

      >Drittens, falls das nicht deutlich wurde, meine Kritik richtet sich speziell an mitweißeprivilegienärsche, das heißt nicht, dass meine Texte plötzlich nicht mehr von allen Personen die sich darin wiederfinden gelesen werden sollen o_O.

      Das wurde absolut nicht deutlich, du hattest über „DIE Fürsorge“, „DIE Selbstfürsorge“, „DAS psychiatrische System“ etc. geschrieben.. und mal ehrlich, bevor Bäumchen mir auf Twitter gesagt hat, dass das nicht sein muss, so verunsichert zu sein, habe ich mich ganz schön einschüchtern lassen, einfach weil du Akademikerin bist und ich bin eine älter gewordene (inklusive körperlichen Abbauerscheinungen) Handwerkerin, die sich früher an der Uni immer recht fehl am Platz gefühlt hatte, bevor sie das Studium abgebrochen hat. Um mich in einer solchen Diskussion zu behaupten, würde ich wenigstens einen gewissen Anschluss an die Uni brauchen, und wenn auch nur, um mich alle paar Wochen vergewissern zu können, dass die Leute da immer noch mit Wasser kochen, so wie ich auch.

      Und dazu kommt, dass tatsächlich jeder weiße Privilegienarsch einzigartig ist, und dass du meiner Ansicht nach gerne drüber reden kannst, dass du deinen eigenen nicht pudern willst, und wie das konkret aussieht – aber sei vorsichtig, wenn du den Arsch einer anderen Person ins Visier nimmst. Mein Arsch gehört mir!

      >Fünftens: “whitenesskritikinstrumentalisierung”. ich glaube wenn eine kritik explizit zu äußern instrumentalisierung ist dann komme ich nicht mit.

      Whitenesskritikinstrumentalisierung – wenn ich das richtig verstanden habe, bezeichnete Bäumchen nicht deine Selfcarekritik insgesamt als Whitenesskritikinstrumentalisierung. Sondern ich habe deine Nichtbenennung von deiner Selfcarekritik als „Kritik an weißen Selfcarediskussionen“ unsolidarisch mit PoC, Trans* und anderen genannt. Daraufhin hast du so getan, als verstünde sich das eh von selbst, und du bräuchtest eine solche Benennung eigentlich gar nicht vorzunehmen. Und dann kamst du mit Whitenesskritik an, auf „die Anderen“ den Finger gezeigt und von dir selber abgelenkt damit, und darin besteht ganz exakt die „Whitenesskritikinstrumentalisierung“.

      Puh… ja sorry, wenn ich das so brutal hinschreibe. Anders fällt es mir aber nicht ein. Take it or leave it.

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      1. Steinmädchen Artikelautorin

        Ich verstehe deine Kritik nicht als „brutal“, auch wenn ich sie nicht in allem teile. Meine Position ist wie geschrieben kein Punkt sondern Linien, weil ich ständig dazu lerne und mich verändere. Aber vielleicht nochmal ein paar klärende Sätze:
        Ich habe nicht „mit dem Finger auf andere“ gezeigt, sondern eine konkrete Praxis kritisiert. Meine Kritik geht vor allem dahin, dass ständig daselbe Zitat herangezogen wird. Das nenne ich nicht Instrumentalisierung.
        Und ja, ich kritisiere auch weiter DAS psychiatrische System, weil das für viele Personen unglaublich grausam ist. Und dass psychiatrische Gewalt permanent relativiert wird mit „für manche ist das ja nicht so schlimm“, finde ich das mega ätzend, denn auch diese Gewalt ist strukturell und greift täglich in Körper,“Seelen“ und Leben ein. (und nein, nicht nur in weiße) Vieles meiner Kritik an der Struktur von Selbstfürsorge halte ich auch aufrecht, auch wenn ich sie spezifischer hätte adressiere sollen, wie schon im letzten Text aber geschrieben ist das a)nie individuell gemeint und b)kann es immer Gründe geben für etwas so und so zu machen. Ich versuche das oft deutlich zu machen dass ich Strukturen kritisiere und keine Personen. Ich mache keine Identitäts- oder Betroffenheitspolitik. Es geht mir nicht um ein moralisch richtig und falsch sondern um verkürzte Debatten, die ich besonders auf deutschsprachigen und weißen Blogs wiederfinde. Das nimmt mich selbst nicht aus von der Kritik die ich übe, das ist einer der Widersprüche die ich meinte.
        Wenn ich mich recht erinnere habe ich mich auch konkret auf das deutsche „Fürsorge“system und die dazugehörige christliche Geschichte bezogen, interessant wäre sicherlich da auch nochmal rassistische Strukturen in dieser Geschichte genauer herauszuarbeiten.
        Es tut mir Leid, dass du dich von mir eingeschüchtert fühl(te)st, aber ich habe von meinem Arsch geredet.
        Das macht die scheiß Formulierung (und die dahinterstehende Arroganz) nicht aufgelöst, die Kritik ist angekommen und angenommen.

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